

Herzlich willkommen
beim Diessener Töpfermarkt 2010
In jedem Jahr zu Christi Himmelfahrt eröffnet in der Marktgemeinde Diessen am Ammersee der Diessener Töpfermarkt. Entlang des naturbelassenen Seeufers zeigen 150 Töpfer aus Europa einen Querschnitt ihres Schaffens. Freuen Sie sich heute schon auf erlebnisreiche Tage bei Europas großem Keramiker-Festival
von Christi Himmelfahrt
Donnerstag, 13. Mai 2010 bis Sonntag, 16. Mai 2010
täglich von 10 bis 18 Uhr

Glückliche Besucher und zufriedene Aussteller beim Töpfermarkt im Mai 2009:
„Der Diessener Markt wird weiterleben“
DIESSEN.- „Hier in Diessen verstehen die Leute die Keramik.“ Hans-Peter Meyer aus Bischofswerda hat die Formel entdeckt, die für den Erfolg des viertägigen Diessener Töpfermarktes verantwortlich ist: Ein gutes Publikum, das die Energie und die Kraft des guten Handwerks schätzt. Rund 52.000 Besucher tummelten sich auch im Mai 2009 wieder auf der Großveranstaltung am Ammersee. Die Aussteller räumen noch während des Abbauens in den Seeanlagen gute Geschäfte ein. Vor allem sei modernes wie traditionelles Geschirr gefragt gewesen, passend zum Marktthema 2009: "Kochen, Backen und Servieren in Keramik". Sein Ziel hat auch Stefan Jakob aus Zürich erreicht: 120 Raku-Schalen, die Marktbesucher selber glasieren, wollte er pro Tag brennen. Er hat seine Vorgaben übertroffen und seine vier Raku-Brennöfen sind nicht ausgegangen.
Sommer pur, Blasmusik, reichlich Gäste aus der Politik - Finanzminister Georg Fahrenschon eröffnete die Veranstaltung - und 25.000 Marktbummler aus Deutschland und den Nachbarländern garantierten zu Christi Himmelfahrt einen fulminanten Marktauftakt. Es schien ein großes Fest zu sein. Die Heiterkeit des Seins hatte die Seeanlagen verzaubert. Der Freitag ist wegen durchwachsener Witterung langsam angelaufen und bescherte Diessen – analog zu den letzten Jahren – rund 6.000 Gäste. Ab Samstagmittag stiegen die Besucherzahlen, mit jedem Ammersee-Dampfer und jeder Regio-Bahn sind die Menschen mehr geworden, gut 9.000 waren.
Am Sonntagvormittag ging es anfangs kräftig zur Sache, aber mittags sind die Besucher – entgegen den Erfahrungen der Vergangenheit – überschaubar geworden. Im Trachtencafé und beim Feuerwehr-Brotzeitstand wurde Wasser, Wasser und nochmals Wasser geordert. „Kuchen wollte auf einmal niemand mehr“, sagt Peter Kaindl vom Trachtenverein. Auch die Marktleitung hat beobachtet, dass viele Gäste nach einem Rundgang nur einen Wunsch hatten: Ab ins Wasser. Eine leicht tropische Wetterlage machte die Marktbesucher müde und schlapp.
„Wir waren darauf eingestellt, dass bei kreislaufschwachen Marktbesuchern Hilfe geleistet werden muss“, sagt Diessen Polizeichef Hartwin Lang. Zum Glück sei nichts passiert. Trotz der durchschnittlich geringen Verweildauer seien am Sonntag gut 10.000 Menschen auf dem Markt gewesen, bestätigt auch Manfred Ernst von der Diessener Polizei, der seit 2001 den Diessener Töpfermarkt am See immer gut im Griff hat.
Spannendste Veranstaltung im Jahr
Gut im Griff haben auch die Stammgäste „ihren Markt“. Egal bei welchem Wetter: sie kommen. Zielstrebig suchen sie ihre Werkstätten auf, deren Geschirr sie benutzen oder deren Objekte sie sammeln. Interessiert machen sie sich aber auch auf die Suche nach neuen Ausstellern, die immer zeitgemäße Tendenzen verheißen. 150 Werkstätten waren es heuer aus 12 Ländern, die das Seeufer mit keramischer Vielfalt belebten. „Es ist die spannendste Veranstaltung im Jahr“, fasst Gerhard Trommler aus Kasendorf das Töpferereignis europäischen Zuschnitts zusammen. Seit 30 Jahren kommt der Keramiker nach Diessen („Ich war von Anfang an im Obstgarten bei Arthur Sudau dabei.“) Trommler ist erfahren in der europäischen Marktszene, beobachtet mit Sorge das allgemeine Marktsterben - sagt Diessen aber eine gute Zukunft voraus: „Der Diessener Töpfermarkt wird weiterleben. Weil alles stimmt: Gemeinde, Marktleiter, das Gelände und das Publikum.“
„Wir setzen der Krise einen guten Geist entgegen.“ Mit diesem Grundsatz ist Sonngard Marcks aus Wolfenbüttel an den Ammersee gereist. Die Siegerin um den Diessener Keramikpreis 2008 hat in den vergangenen Monaten nicht immer Eitel Sonnenschein erlebt, „aber der Markt in Diessen setzte neue Perspektiven frei“, freut sie sich, die mit ihren Fayence-Malereien für hohe Kunstfertigkeit steht.
„Diessen ist der einzige Markt, für den ich mich bewerbe.“ Monika Drescher aus Jandelsbrunn mit ihren farbenfrohen märchenhaften Gartendekorationen und sommerlichen Geschirren schwärmt vom „kompetenten Publikum, und den Sammlern, die aus Norddeutschland anreisen, aus Österreich und der Schweiz. Klare Ansage auch von Wolf Böwig, der eine bedeutende Keramik-Galerie in Hannover besaß und heute einen Teil des Jahres auf seinem Besitz in Namibia lebt. Der Galerist bietet hochkarätige Objekte von weltbekannten Keramikkünstlern an, „aber nur in Diessen. Ich käme gar nicht auf die Idee, dies woanders zu tun.“
Die ersten Anfragen für den kommenden Jubiläumsmarkt sind schon eingegangen, obwohl die Ausschreibung erst vor den Sommerferien anläuft. Der zehnte Diessener Töpfermarkt am See findet von Christi Himmelfahrt, 13. Mai bis Sonntag, 10. Mai 2010 statt. bb.
Das sagt die Polizei:
„Alles klappt“
DIESSEN.- Die Ordnungshüter gehören zu den wichtigen Lenkern des Diessener Töpfermarktes, der Großveranstaltung am Ammersee. Sie sind an den vier Markttagen im Einsatz und bemühen sich aber auch vorher und nachher, wenn die Töpfer an- und wieder abreisen, dass alles reibungslos läuft und jeder verkehrstechnisch zufrieden ist. Ihre Bilanz 2009: "Alles klappt."
Viele erinnern sich noch, wie vor über zehn Jahren der Verkehr zwischen Autobahn, BAB 96 und Bundesstraße zwei im Chaos versank, wenn Töpfermarkt war in Diessen. Das ist längst Vergangenheit und würde bei der zunehmenden Verkehrsdichte heute gar nicht mehr möglich sein. Deshalb hat die Marktgemeinde, als sie 2001 den Süddeutschen Töpfermarkt übernahm und den „Diessener Töpfermarkt am See“ daraus machte, die Verkehrssituation neu geordnet. Zusammen mit Polizei und Feuerwehr, sowie den beteiligten Vereinen und Fachleuten wurde ein Verkehrskonzept ausgetüftelt, das Diessen entspannte Tage beschert und zig-tausend Gästen eine stressfreie Anreise zu einem der bekanntesten Töpfermärkte im Lande garantiert.
Das Sicherheitskonzept beschreibt Diessen Polizeichef Hartwin Lang als „hervorragend und ausgereift. Es klappt alles sehr gut.“ Auch heuer wieder sei der Verkehr reibungslos vonstatten gegangen. Es hätte weder auffällige Reibereien noch Ärger gegeben. Das ist natürlich auch ein spezielles Anliegen von Bürgermeister Herbert Kirsch: „Nur zufriedene Besucher sind gute Besucher.“ Die Zufriedenheit beginne beim Komfort der Anreise. „Die Shuttle-Busse kosten der Gemeinde zwar einen Haufen Geld, das ist es uns wert, weil unsere Gäste relaxed auf dem Markt ankommen und eine gewisse Heiterkeit mitbringen sollen.“ Dies gelänge nicht, wenn sich auf den Straßen ein Kampf um zügiges Vorwärtskommen und dann um die Parkplätze entspannt.
Auch innerorts seien die Verkehrsteilnehmer diszipliniert gewesen, „kein Murren, keine Beschwerden“, fährt Lang fort und berichtet, dass Polizeioberkommissar Walter Huppert ein Motorrad-Kollege von der Verkehrspolizei in Fürstenfeldbruck seit neun Jahren dabei ist und die Diessener Ordnungshüter verstärkt. Leider ginge er jetzt in den Ruhestand, es sei sein letzter Einsatz bei der Großveranstaltung in Diessen gewesen, bedauert er. Huppert sei den Stammgästen des Marktes und den Diessnern ein guter Bekannter geworden. Im Laufe der Jahre sei sein Rat angenommen und seine Umsicht geschätzt worden. Mit so einer Persönlichkeit könne aus einer Veranstaltung Brisanz heraus genommen und Ruhe hineingebracht werden. – Aber nichts ist vollkommen. Ein Vorfall am ersten Markttag hat alle, die davon hörten, berührt und tief erschüttert: Ein Marktbesucher hat seinen Schäferhund ohne ausreichend Luft und Wasser im Fahrzeug auf dem schattenlosen Parkplatz gelassen. Das Tier hat den Tag nicht überlebt.
Unser Bild zeigt den Motorrad-Polizisten Walter Huppert, der im Laufe des Jahres in den Ruhestand geht. Foto: Polizei Diessen/Text: bb.

Keramikpreis 2009:
Susanne Altzweig und ihre Schalen
DIESSEN.- Tosender Applaus, der nicht aufhörte. Nahezu 300 Töpfer signalisierten der Jury, dass sie die beste Wahl getroffen hat: Susanne Altzweig ist mit dem Diessener Keramikpreis 2009 ausgezeichnet worden. Zu Tränen gerührt nahm sie die in Europa begehrte Auszeichnung im Diessener Traidtcasten entgegen: „Es ist das erste Mal, dass ich einen Preis gewinne.“ Alles andere ging im Beifallssturm unter.
Susanne Altzweig stammt aus dem Töpferzentrum Höhr-Grenzhausen. Sie hat zwei geformte Schalen eingereicht zum Keramikpreis 2009. 76 Keramiker – bisher waren es zwischen 50 und 60 - waren heuer zum Wettbewerb zugelassen. Sie hatten sich zum Thema „Schalen“ geäußert, und damit die Jury vor eine schwierige Entscheidung gestellt. Marktleiter Wolfgang Lösche erklärte bei der Preisverleihung, dass die Spontaneität dieser freien Formen auf einer handwerklich und künstlerisch sicheren Umgangsweise mit Keramik basiert: „Sie verrät Susanne Altzweigs jahr-zehntelange intensive Auseinandersetzung um Formen und Dekore.“
Lösche attestierte den Schalen einen großzügigen Charakter: „Sie sind gestisch, frisch und lebendig, heiter und zugleich kraftvoll.“ Lösche betonte, dass sich die Schalen in erster Linie auch ohne Inhalt präsentieren und sich somit selbst zur Verfügung stellen. Ihre Formen und Dekore hätte etwas Einladendes. Form und Dekor gingen dabei eine Symbiose ein. Besonders überzeugt hätte die Jury die Eigenständigkeit der Schalen, die erst auf den zweiten Blick den Reichtum an keramischen Techniken offenbaren. Mit diesen Arbeiten schlage Susanne Altzweig einen für ihr keramisches Schaffen neuen, ausdrucksstarken Weg ein.
Den Diessener Keramikpreis hat Helmut Rohde, Brennofenhersteller aus Prutting bei Rosenheim, 2001 installiert. Benjamin Rohde, der das Engagement und die Förderung des keramischen Kunstschaffens genauso wie sein Vater pflegt, hat den mit 3.000 Euro dotierten Preis beim Festakt im Traidtcasten überreicht. Die Jury setzte sich zusammen aus Gabi Dewald (internationale Keramik-Kuratorin und Chefredakteurin Keramikmagazin), Professor Dr. Florian Hufnagl (Leiter der Neuen Sammlung München), Sonngard Marcks (Keramikpreisträgerin 2008), Dr. Angela Böck (Handwerkskammer für München und Oberbayern) sowie Keramiksammler Rudolf Strasser aus München.
Der Preisverleihung folgte auch wieder die zweite Anerkennung, für die der Diessener Markt bekannt ist: Andrea Wolbring (Keramikbedarf aus Baldham) stiftet parallel zum Keramikpreis eine Auszeichnung für den schönsten Marktstand, die mit 500 Euro dotiert ist. Die Auszeichnung bekam heuer die Münchner Keramikerin Billa Reitzner, „den Stand beobachten wir seit Jahren“, sagte Andrea Wolbring, „weil er in seiner Geradlinigkeit von hoher Ästhetik geprägt ist.“ Der Präsentationsstand ist die Bühne für Porzellan in schwarz und weiß, das konsequent und pur die gute Form zum Credo erhebt. bb.

Am Vatertag lockt das Keramik-Festival:
Bayerns Polit-Spitze eröffnet Töpfermarkt
DIESSEN.- Die bayerische Polit-Spitze verbringt den Vatertag am Ammersee: Führende Politiker treffen sich zu Christi Himmelfahrt, am Donnerstag, 21. Mai auf dem Nostalgie-Raddampfer DIESSEN, um miteinander die zweitgrößte Veranstaltung im Landkreis Landsberg, den Diessener Töpfermarkt am See, zu starten. Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon eröffnet das internationale Töpfer-Festival. Mit dabei Regierungspräsident Christoph Hillenbrand, Bezirkstagspräsident Josef Mederer, der Bundestagsabgeordnete und CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, die Landtagsabgeordneten Dr. Thomas Goppel (CSU), Dr. Sepp Dürr (Grüne), Bezirksräte und Ammersee-Bürgermeister. Vertreter der Töpfer-Innung und der Vereinigung Kalkspatz, der Danner Stiftung und der Gesellschaft für Handwerksmessen, der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung, der Handwerkskammer für München und Oberbayern und des Oberbayern-Tourismus.
Seit 32 Jahren gibt es einen Töpfermarkt in Diessen. Vor vier Jahren, als die Veranstaltung immer mehr geprägt wurde vom europäischen Gedanken, etablierte das Referat für Öffentlichkeitsarbeit die offizielle Markteröffnung . Ziel ist es, miteinander eine morgendliche Stunde zwischen Himmel und Wasser – also auf dem Ammersee – zu verbringen und im intimen Rahmen eines Schiffes auch einmal informelle Gespräche zu führen. Es ist die Begegnung der Politik mit den Vertretern des keramischen Handwerks, von Kunst- und Kulturverbänden und der Presse. Vieles ist bei den Ammersee-Fahrten schon auf den Weg gebracht und manche Idee entwickelt worden.
Begleitet wird die Eröffnungsrunde immer auch von einer Abordnung junger Menschen aus Diessen. Heuer sind es wieder Kinder und Jugendliche vom Heimat- und Trachtenverein d’ Ammertaler Diessen – St. Georgen, die die Gäste mit betreuen und am Ende mit bairischen Volkstänzen das Auge verwöhnen und das Herz erwärmen. Die Diessener Blasmusik spielt auf und Finanzminister Fahrenschon eröffnet die Großveranstaltung, bevor Bürgermeister Herbert Kirsch und Marktleiter Wolfgang Lösche mit den Gästen zum geführten Marktrundgang aufbrechen.
Der Raddampfer DIESSEN, der die Gäste an Bord hat, legt um 10.20 Uhr am Dampfersteg in Diessen an. Gegen 10.40 spricht der Finanzminister in den Diessener Seeanlagen.
In diesem Jahr präsentieren 150 Werkstätten aus 12 Ländern ihre Arbeiten und zeigen eindrucksvoll, was in den einzelnen Ländern gerade im Trend liegt. Zum Rahmenprogramm gehören der Diessener Keramikweg sowie die Verleihung des Diessener Keramikpreises am Donnerstag, 21. Mai, 20 Uhr, im Traidtcasten. Rund 70 Werkstätten bewerben sich um die begehrte Auszeichnung, die mit 3.000 Euro dotiert ist. Thema 2009: Die Schale, eine archaische Form. bb.
Diessener Töpfermarkt mit 150 Werkstätten aus Europa:
Das kriegen wir gut gebacken Schwerpunkt: Geschirr zum Backen, Kochen und Servieren
DIESSEN - In diesem Jahr kriegen wir das internationale Töpfer-Festival “besonders gut gebacken”: Auf dem Diessener Töpfermarkt am See ziehen Geschirre zum Kochen, Backen und Servieren im zentralen Ausstellungspavillon die Blicke an. Um diesen Themenschwerpunkt gruppieren sich auf einem der größten Töpfer-Märkte in Europa auch 2009 wieder viele Extras. Die sind - wie gewohnt - immer ab Christi Himmelfahrt zu sehen, zu erleben und zu genießen: Von Donnerstag, 21. Mai bis Sonntag, 24. Mai, täglich 10 bis 18 Uhr. Heuer zeigen 150 Keramiker aus 12 Ländern Beispiele ihres keramischen Kunstschaffens in Form, Glasur und Dekor. Der Markt ist Jahr für Jahr Anziehungspunkt für gut 60.000 Besucher, Sammler, Galeristen und Keramikfreunde aus aller Welt.
Marktleiter Wolfgang Lösche bespielt den zwei Kilometer langen Seeuferabschnitt wieder mit einer spannungsreichen Dramaturgie aus den keramischen Werkgruppen, die länderspezifisch sehr unterschiedlich sind. So gestaltet sich der Spaziergang durch die Parklandschaft mit Blumen und Bäumen, die übergeht in ein freies Ufergelände, zu ein er internationalen Begegnung. Es ist aber auch das Zusammentreffen mit dem zeitgenössischen keramischen Schaffen. Die Besucher erleben die Unterschiede zwischen Töpferwaren aus Frankreich oder England, und sie sehen wie facettenreich das Handwerk auch in Deutschland ausgeübt wird.
Neu sind heuer 18 Werkstätten, für die sich die Jury wegen ihrer modernen, individuellen Abeiten entschieden hat. Es gibt in diesem Jahr starke Ländervertretungen. Zum Beispiel aus Frankreich. Sie bringen traditionelle, sehr erdige Keramiken mit und überraschen dagegen auch mit der Leichtigkeit der Keramikmalerei. Eine stattliche Abordnung reist aus dem deutschen Töpferzentrum Höhr-Grenzhausen an, das geprägt ist vom überlieferten Handwerk des Westerwaldes, von einer Staatlichen Keramikfachschule und einem bekannten Institut für künstlerische Keramik. Erstmals dabei in Diessen ist eine Werkstätte aus dem tschechischen Klikov, die für Gartenkeramik steht - und es gibt nach der Pause im vergangenen Jahr wieder die Möglichkeit, Nikos Kavgalakis, den Amphorenmeister aus Margarites/Kreta, zu begrüßen.
Im Zentrum der Seeanlagen - gleich gegenüber vom Pavillon der Arbeitsgemeinschaft Diessener Kunst und vom Dampfersteg - duftet es fein nach Essen. Der Grund: Im zentralen Austellungspavillon wird gezeigt, wie komfortabel und ernährungswissenschaftlich wertvoll es sich mit tönernem Geschirr kochen lässt. Schöne Glasuren und Dekore, ästhetische Formen und qualifizierte Gebrauchseigenschaften verbinden sich, so dass Speisen in Kochtopf, Auflauf- und Backform auch gleich aufgetischt werden können.
Der zentrale Ausstellungspavillon ist - wie es die Stammgäste auf dem Diessener Töpfermarkt schätzen - zugleich eine Orientierungshilfe wenn die Besucher ihre bevorzugten Keramiker auf dem zwei Kilometer langen Seeufergelände rasch finden wollen. Neu sind übrigens auch die Raku-Vorführungen am See. Oft haben sie es sich gewünscht - jetzt können die Marktbesucher die Geheimnisse der Brenntechnik erleben und sich über die Vielfalt der Feuertöpfe freuen.
Wenn die Töpfer kommen, ist ganz Diessen in Bewegung und überall eine Menge los: Marktbesucher erleben entlang des Diessener Keramikweges den Charme des 10.000-Einwohner-Ortes, der seit alters her eine Künstlerkolonie ist. Beginnend am Dampfersteg und dem Pavillon der Arbeitsgemeinschaft Diessener Kunst (ADK) leitet der Keramikweg die Besucher durch den alten Ortskern, vorbei an den Werkstätten und Ateliers im Zentrum (Zinn, Kunstschmiede, Design) und führt dann steil bergan ins Kirchenzentrum, das in seinem über 300 Jahre alten Traidtcasten eine wichtige und wesentliche Ausstellung beheimatet: Die Wettbewerbsarbeiten um den Diessener Keramikpreises 2009.
Davor wartet der Taubenturm mit Ausstellungen auf und die Galerien im Ort zeigen Bildende Kunst. Im Ortsteil St. Georgen trifft der Spaziergänger auf die Werkstätten Lösche und Larasser, bekannt auch als Grabungs- und Forschungsstätte Alt-Diessener Keramik, ausgestattet mit einem Privatmuseum, das die örtliche Keramik vom 11. Jahrhundert bis in die Gegenwart dokumentiert. Dazu ein Keramikgarten, in dem das tönerne Handwerk buchstäblich Blüten treibt.
Der Weg ins Paradies am Ammersee-Westufer Wer das “Gesamtkunstwerk Diessen” aus Kultur, Natur, aus Wassersport und Gastfreundschaft stressfrei erleben möchte, bucht die Anreise mit der Ammersee-Schiffahrt oder fährt mit der Ammersee-Bahn - wird aktuell mit den weiß-blauen Zügen der Regiobahn bedient - in den oberbayerischen Pfaffenwinkel. Die Haltestellen von Schiff und Bahn befinden sich fast mitten im Töpfermarkt-Gelände. Für Autoreisende ist gut gesorgt, Auffangparkplätze befinden sich an den Ortseingängen mit kostenlosem Bustransfer während der vier Markttage.
Diessen ist via Schondorf und Utting an die Autobahn München - Lindau, BAB 96, angebunden und sowohl aus Richtung Augsburg als auch aus München gut mit dem Individualverkehr erreichbar. Im Süden - aus Richtung Starnberg oder Weilheim - möge der Autofahrer mit Bedacht auf dem über 300 Jahre alten Hochdamm die Fahrt durchs Naturschutzgebiet und die Birkenallee genießen, mit Blick auf die Verlandungszone Ammersee-Süd und das barocke Marienmünster.
Jetzt hat der Diessener Töpfermarkt seine eigene Zeitung:
BRANDheiss Eine eigene Zeitung für den Diessener Töpfermarkt geistert den Verantwortlichen schon lange durch den Kopf: Zum Töpfermarkt 2009 ist “BRANDheiss” aus der Taufe gehoben worden. Die 16-seitige kleinformatige Zeitung dokumentiert die zweitgrößte Veranstaltung (nach den Kaltenberger Ritterspielen) im Landkreis Landsberg, und sie gilt als ein Wegweiser für alle, die den Töpfermarkt von seinen schönsten Seiten erleben und keine übersehen wollen.
Das Cover zeigt ohne viel Worte, worum es geht: Im Vordergrund steht ein Fayence-Krug aus dem 17. Jahrhundert. Im Hintergrund nimmt der historische Raddampfer DIESSEN Kurs auf den Töpfermarkt. Das berühmte “Diessener plab und weiss”, der Ammersee und die Schifffahrt sind die drei Elemente, die den Diessener Töpfermarkt charakterisieren und ihn europaweit unverwechselbar machen. Das gleiche Motiv zieht sich 2009 durch die Werbung, ist roter Faden und Erkennungsmerkmal des Töpfer-Festivals. Auf Einladungen, in Werbeanzeigen, auf Buttons und CDs bildet es die optische Klammer für die viertägige Veranstaltung, die die Marktgemeinde am Ammersee von Jahr zu Jahr immer mehr in den Fokus rückt.
BRANDheiss berichtet über die Neuigkeiten vom Markt: Da trifft die Leserschaft auf große regionale Gruppen, unter anderem auf die französischen Töpfer, die mit 13 Werkstätten die stärkste ausländische Mannschaft bilden. Gefolgt von den Töpfern aus dem Keramikort schlechthin, aus Höhr-Grenzhausen. Hier - so sagen Insider - hätte jeder zweite Töpfer im Lande schon gelernt, studiert, geforscht ... Die aktuellen Tendenzen, wie die wieder entdeckte Malerei auf Keramik, wird vorgestellt. Zu den Schwerpunkten am Markt zählen heuer Tierplastiken, auch das Thema Keramik am See kommt nach wie vor groß raus. Ausführlich wird das Generalthema 2009 vorgesellt: “Kochen, Backen und Servieren in Keramik”. BRANDheiss erkennt aber auch die Vergangenheit als Wurzel, aus der sich das zeitgenössische Schaffen nährt. Deshalb wird über die plab und weiß-Keramiken berichtet und über jüngste Forschungsergebnisse zum Thema “Fayencen in Diessen”. Marktleiter Wolfgang Lösche gibt ein Interview über die Zukunft des Marktes und Bürgermeiser Herbert Kirsch erzählt, wie er sich jedes Jahr freut, wenn es in Diessen heißt: “Die Töpfer kommen.”
BRANDheiss ist reich bebildert mit Material aus den Töpfermarkt-Tagen von 2007 und 2008. Außerdem stellten Barbara Seidl und Sybille Seidl-Cesare Fotografien zur Verfügung. BRANDheiss hat zum Start eine Auflage von 3.000 Exemplaren. Die Zeitungen liegen auf dem Markt auf und können kostenlos mitgenommen. Weiter gibt es Kontingente in den inserierenden Betrieben und Geschäften. Bei den Anzeigen wurde übrigens streng geachtet, dass sich die handwerklich produzierenden Unternehmen und Geschäfte mit gehobener Ware lesefreundlich in den Gesamtkontext einfügen.
BRANDheiss ist eine artbeate production. Beate Bentele ist Redakteurin in Diessen. Sie betreut die Pressestellen Diessener Töpfermarkt und Luitpoldblock München und schreibt für zahlreiche Zeitungen.
Tschechische Tonart
Zum ersten Mal in Diesen: Martin Hadrava und Leona Snuparkova
Das begeistert die Besucher beim Diessener Töpfermarkt: Jedes Jahr gibt es Begegnungen mit neuen Werkstätten, die man am Ammersee noch nie sah. Diesmal ist es Martin Hadrava, der erstmals tschechisches Töpferhandwerk am Seeufer von Diessen vertritt. Er kommt aus dem Ort Klikov und ist ein vielseitiger junger Keramiker, der neben klassischen Geschirrserien auch Gartenkeramik herstellt.
Martin Hadrava führt mit Leona Snuparkova eine Werkstatt im Süden seines Heimatlandes. Sie stellen Steinzeug her, das im Holz- oder im Elektro-Ofen bis zu 1.350 Grad - also brandheiss - gefertigt wird. Sie zeigen unter anderem unglasierte Garten- und Aufbewahrungskeramik und engobiertes sowie mit Unterglasurmalerei gestaltetes Geschirr.
Seine Ausbildung, so erzählt Hadrava im Vorfeld seiner “Premiere” in Diessen, habe er auf der Kunst- und Handwerksschule in Prag absolviert. Während seiner Prager Zeit widmete er sich vor allem der Nutz- und Teekeramik im Elektro-Ofen. “Meine Sehnsucht nach dem Holzbrand führte mich nach Süd-Tschechien.” Da entdeckte er eine Töpferei mit einem alten sogenannten Kasseler-Ofen. Das sind Brennöfen von enormer Größe und mit stattlichem Fassungsvermögen.
Hier fühle er sich heute sehr wohl und hier hat er auch eine Vereinigung fürs Töpferhandwerk ins Leben gerufen: Die “society for the preservation ot the pottery tradition in Klikov”. Die Vereinigung organisiert internationale keramische Treffen und Symposien.
Vor vier Jahren kam Leona Snuparkova dazu. Sie dekoriert die Töpferwaren auf traditionelle Weise mit Unterglasurmalerei. In Böhmen und Mähren gehört das innovative Duo zu den bekannten Handwerkern, “jetzt”, sagt er, “möchten wir auch vor der ausländischen Konkurrenz bestehen.”

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Eine brandheiße Sache
Raku-Party in den Seeanlagen – Fast wie in Japan
Mit einer brandheißen Sache kommt Stefan Jakob von Zürich an den Ammersee: Bei dem Schweizer Töpfer können die Marktbesucher ihre eigene Raku-Schale glasieren und brennen. Dafür stellt er am Seeufer vier Holzbrand-Öfen auf, “das lieben Erwachsene genauso wie die Kinder”, erzählt er, und fährt fort, er sei immer dicht umlagert, sobald das Feuer anfängt zu brennen.
Und es geht im Grunde ganz einfach. “Wer mitmacht, braucht keine keramischen Vorkenntnisse”, lacht Stefan Jakob, den Eric Nelson, ein Töpfer aus Amerika und Wahl-Zürcher, kräftig unterstützt. Die Zwei bringen geschrüte Schüsseln in vielen Größen und Formen mit. Das sind Töpferwaren, die den ersten Brand schon hinter sich haben, aber noch unbehandelt sind.
Aus dem reichen Fundus können sich die Marktbesucher eine Schale aussuchen. Bevor sie zum Pinsel greifen, um ihr Schüsselchen zu dekorieren, können sie noch wählen, ob sie Grüntone mögen, oder lieber weiß, türkis oder blau bevorzugen. Beim Hantieren mit der Glasur erklärt ihnen der Töpfer, dass die unbemalten Stellen schwarz werden. Die so behandelte tönerne Schale kommt in den Raku-Ofen und wird bei 1.000 Grad 20 bis 30 Minuten lang gebrannt. Hinterher kühlt das Gefäß in einer mit Sägemehl gefüllten Wanne ab - und fertig ist das ganz persönliche Stück vom Diessener Töpfermarkt 2009.
Auf die Idee kam Stefan Jakob in Japan: “Da sind Raku-Parties gerade der letzte Schrei.” Bevor man sich im Land der aufgehenden Sonne zum Tee-Zeremoniell niederlässt, töpfert man seine eigene Teeschale. Ist sie abgekühlt, serviert die Gastgeberin den heißen Tee. Sayonara.
Unser Bild entstand am Sonntag, 10. Mai: Kurz bevor Stefan Jakob und Eric Nelson nach Diessen aufbrachen, boten sie in Zürich – zwischen Niederdorf und Limmatufer – den Passanten die Möglichkeit, Raku-Schalen zu brennen.
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Kul-Tour durch Diessen
Höhepunkte vom See bis hinauf nach St. Georgen – Am Keramikweg kommt keiner vorbei
Der Keramikweg begleitet die Marktbesucher vom Ammerseeufer durch den historischen Ortskern hinauf ins barocke Marienmünster und an den Kirchsteig in St. Georgen. Während des Töpfermarktes finden in Diessen Ausstellungen zur Keramik statt, die sich entlang des Keramikweges befinden. Aber auch Handwerksbetriebe, Galerien und Läden öffnen ihre Türen für die Gäste aus aller Welt. Der offizielle Keramikweg beginnt beim Töpfermarkt in den Seeanlagen und endet bei drei Werkstätten am Kirchsteig. Lesen Sie hier alles über die erlebnisreichen Stationen:
Station eins
Beim Töpfermarkt in den Seeanlagen zeigen 150 Werkstätten aus 12 Ländern in Europa Keramik aller Stilrichtungen. Mit Infozelt, Gastronomie und der Möglichkeit, die Arbeitsgemeinschaft Diessener Kunst im Pavillon am See zu besuchen.
Station zwei
Das Atelier Manigel und Mennerstorfer ist an der Bahnhofstraße 12 mit einer Werkstattausstellung (Gartenzier, Geschirr, Objekte) vertreten.
Station drei
Die Ausstellung im historischen Taubenturm des Heimatvereins Diessen begeistert mit bemalter Irdenware zum Thema "Wesen auf Gefäßen". Ute Kathrin Beck und Susanne Mansen zeigen eine "ART-Koprouktion", die sich sehen lassen kann. Täglich 10 bis 18 Uhr.
Station vier
Die Ausstellung zum Diessener Keramikpreis 2009 findet der Keramikfreund im Traidtcasten des Diessener Kirchenzentrums. Die Wettbewerbsarbeiten zum Thema “Schalen” sind täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen.
Übrigens: Auch die Kirche St. Stephan (gleicher Eingang wie Traidtcasten) lohnt einen Besuch. Sie ist lebendiges Zeugnis des einstigen Zieglerhandwerks in Diessen.
Station fünf
Am Kirchsteig 19 zeigt Ernst Lösche die ganze Faszination des Diessener Keramikschaffens (Siehe auch Beitrag “Im Garten des Töpfers”).
Infotelefon 0 88 07 - 18 77.
Station sechs
Am Kirchsteig 21 fasziniert Dagmar Larasser bei ihrer Werkstattausstellung mit zeitgemäßen Formen in neuen Glasuren wie Türkis, Grün, Lila, dabei auch ihre Fische, Nixen und Möwen. Wer noch mehr Larasser-Kermik sehen will, besucht den Stand auf dem Töpfermarkt, ganz nah bei der Damperanlege. Infotelefon 0 88 07 - 52 82.
Station sieben
Am Kirchsteig 24 lautet ein Motto “unveräußerlich.” Christoph Möller steht kurz vor einer großen Ausstellung im französischen Keramikzentrum La Borne. Seine freien Arbeiten - experimentelle organische Formen, meistens doppelwandig - erlebt der Besucher als Preview. Aber es gibt auch was zu erwerben: Gefäße, Geschirr, kleine Objekte. In hellen Glasuren, mit Ton-in-Ton-Ornamentik und freien Formen bieten sie neue Begegnungen an mit der Werkstatt. Info-Telefon 0 88 07 – 9 13 85.
Station acht
Wer noch mehr über Diessen und die Umgebung wissen will, besucht die örtliche Tourist-Info in der Schützenstraße 11. Sie befindet sich im Haus der Kunstschmiede Walter Spensberger, der als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Diessener Kunst ebenfalls während des Diessener Töpfermarktes die Werkstatt offen hat und einlädt, seine Froschkönige, Raben, Hexen und allerhand Kunstfertiges aus Eisen zu besichtigen. Tourist-Info-Telefon 0 88 07 – 10 48, Infotelefon beim Schmied 0 88 07 – 72 75
In den Straßen und Gassen entlang des Keramikweges entdeckt der interessierte Besucher Kleinodien, die typisch Diessen sind. Unter anderem an der Hofmark entlang Designer-Läden für Mode, Schuhe und Wohnen. Zwei bekannte Zinngießereien, eine davon mit Zinncafé, und der Welt einziges Carl Orff Museum. In der Galerie Schmuckwerk breitet sich eine Fülle von Schmuck, Mode, Leder, Keramik, Glas und Wohn-Accessoires aus von Kunsthandwerkern und Künstlern, die es in dieser Zusammenstellung nur einmal gibt. Wie der Name schon sagt, steht das schmückende Element im Vordergrund.
Der Spaziergänger durch Diessen möge auch beachten, dass es in den Straßen und Gässchen, die den Keramikweg flankieren, auch erlebenswerte Überraschungen zu entdecken gilt. Die alles sieht nur, wer zu Fuß geht. Wem die Zeit nicht reicht, setzt sich am Untermüller Platz in den Shuttle-Bus und fährt hinauf auf den Klosterberg, Richtung St. Georgen. bb.
Wesen auf Gefäßen
Ute Katrin Beck und Susanne Mansen zeigen bemalte Irdenware im Taubenturm am Keramikweg
Wenn ganz Diessen auf den Töpfermarkt am See schaut, lohnt sich auch der Blick auf den Klosterberg. Hier spielen “Wesen auf Gefäßen” die Hauptrolle, denn im Taubenturm des Heimatvereins Diessen ist Irdenware eingezogen. Wie in jedem Jahr ist der Taubenturm während des internationalen Keramik-Festivals eine Destination am Keramikweg durch Diessen. Es ist eine besondere Irdenware, die die Handschrift von zwei Künstlerinnen trägt: Die Feldafinger Keramikmeisterin Ute Kathrin Beck und die Tutzinger Künstlerin Susanne Mansen, stellen die Gefäße in Koproduktion her. Ute Kathrin Beck, die eine Keramikwerkstatt im Bahnhof Feldafing betreibt, dreht und formt die Vasen und das Tischgeschirr, das zum Teil von Susanne Mansen noch zusätzlich mit plastischen Applikationen und Tierfiguren versehen wird. Mit Metalloxyden, akzentuiert gesetztem Rot und hellem Grün zeichnet und malt Susanne Mansen ihre Bildergeschichten auf die weiß engobierten Gefäße. Diese Geschichten leben von einer direkten, ursprünglichen Farb- und Formensprache. Im Mittelpunkt ihrer von Spielfreude, Witz und Hintersinn geprägten Arbeit stehen Tiergestalten und Fabelwesen, die zum Teil ein bizarres Eigenleben führen: Sie klammern sich an Krüge, verstecken sich auf den Untertellern von Tassen und im Inneren von Vasen. Im spannenden Kontrast stehen die Vasen und Gefäße von Ute Kathrin20Beck, die sie mit Stacheln, Noppen und Wülsten gestaltet. Die farbige Gestaltung reicht hier vom tiefen Dunkel der Metalloxyde über leuchtendes Rot bis zu einem frischen Maigrün. Die „Wesen auf Gefäßen“ sind zu erleben am Wochenende, 16./17. Mai, 12 bis 18 Uhr, und während des Diessener Töpfermarktes von Donnerstag, 21. bis Sonntag, 24. Mai, täglich 10 bis 18 Uhr.

DER GARTEN DES TÖPFERS
Zu Gast bei den Lösches am Kirchsteig
„Der Garten des Töpfers“ heißt der vielbeachtete Film, den Regisseur Matti Bauer aus München im Vorfeld des Töpfermarktes 2008 in Diessen drehte. Als Protagonist hatte er sich den Grand Seigneur des Töpferhandwerks ausgesucht: Keramiker und Forscher Ernst Lösche. In seinem feinsinnig recherchierten Film verband Matti Bauer die Dokumentation der Diessener Hafner-Tradition mit einem Streiflicht über die Schönheiten des Ammersees.
Wiederholt ist der Filmbeitrag des Bayerischen Fernsehens ausgestrahlt worden und brachte der Marktgemeinde jedes Mal neue und interessierte Gäste. Sie kommen und schauen ob es wirklich so schön ist, vor allem im “Garten des Töpfers”. Was sie erleben, ist eine Realität, die verzaubert. Oft vergessen die Besucher Raum und Zeit, wenn sie zwischen der Gartenkeramik, die bei Lösche buchstäblich Blüten treibt, spazieren gehen. Sie können sich nicht satt sehen an Rosenkugeln, Glückselefanten und Eulen, oder an zeitgenössischen Gefäßen, die den Garten „bevölkern“. Auch in den Werkstätten gibt es eine Menge zu sehen, vorwiegend Geschirre, Vasen, Einzelobjekte und kleine Extras.
Das Lösche-Museum ist ein Spaziergang in die Vergangenheit. Es dokumentiert die historischen Zeugnisse Diessener Hafnertradition seit dem elften Jahrhundert. Zu sehen sind auch Beispiele des bekannten “Diessener plab und weiß”, das sind hochwertige Fayencen, deren Ursprünge in Diessen bis ins 17. Jahrhundert reichen. Wer Glück hat, sieht im Garten des Töpfers nicht nur reduzierend schwarz gebrannte Keramiken, sondern auch noch wie sie gebrannt werden in Öfen, die den mittelalterlichen Brennstellen nachgebaut sind.
Der “Garten des Töpfers” ist auch eine Station am Diessener Keramikweg. Die Werkstätten Lösche und Larasser, sind während des Diessener Töpfermarktes täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. In dieser Zeit gibt es auch Gelegenheit, ins Museum zu gehen. Führungstermine können angefragt werden unter Telefon 00 49 - 88 07 – 18 77. bb. 

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“... vil schönes weisses Hafnergeschirr”
Typisch Diessen: Plab-weisse Fayencen – Immer mehr Zeugen der Vergangenheit tauchen auf
„Man macht diß Orths vil schönes weisses Hafnergeschirr, so weit und brait verhandelt wird“, notierte der Topograph Michael Wening vor über 300 Jahren in seiner Landesbeschreibung des Kurfürstentums Bayern über Diessen und 1734 werden auch in Zedlers Universallexikon die „guten weissen töpffernen Waaren“ vermerkt, die den Marktflecken sonderlich bekannt gemacht habe. Viel mehr als solche knappen Nachrichten waren von der Dießener Hafnerkunst offenbar nicht mehr erhalten.
Wie dieses berühmte Fayence-Geschirr ausgesehen haben könnte, davon hatte man im 20. Jahrhundert keine Vorstellung mehr – bis zum Karfreitag 1963: Bei der Pflanzung eines Obstbaums stieß der St. Georgener Keramiker Ernst Lösche in seinem Garten auf blau-weiße Keramik-Bruchstücke – das legendäre „plab-weiße“ Diessener Geschirr, das in einer Schuttgrube früherer Hafner die Jahrhunderte überdauert hatte.
Es vergingen wiederum mehr als vier Jahrzehnte Forschungstätigkeit, bis klar wurde, dass nicht nur Scherbenabfälle aus der Blütezeit des Hafnerhandwerks in Diessen übrig geblieben waren: Im vergangenen Jahr erstand die Marktgemeinde in einer Auktion einen vollständig erhaltenen barocken blau-weißen Krug. Er stammt zweifellos aus Diessen und wurde mit großer Wahrscheinlichkeit wiederum in dem bereits im 17. Jahrhundert bestehenden Hafner-Anwesen am Kirchsteig gefertigt. Datiert ist diese kunsthistorische Rarität mit der Jahreszahl 1684 und er ist vergleichbar mit einem knapp 30 Jahre älteren Krug, der sich im Weilheimer Stadtmuseum befindet.
„Wenn ich den Krug anschaue, habe ich das Gefühl einem alten Bekannten gegenüberzustehen“, sagte Wolfgang Lösche damals, der seine wissenschaftlichen Erkenntnisse in seiner Magisterarbeit über das „plab-weisse“ Diessener Geschirr publiziert hatte. Im Jahr 1684 hatte auf dem Anwesen am Kirchsteig der aus Wien zugewanderte Hafner Wilhelm Rauch gearbeitet. Dessen Nachfahren übten noch im 19. Jahrhundert dieses Handwerk aus, wenngleich zu dieser Zeit das früher berühmte blau-weiße Geschirr aus Diessen aus der Mode gekommen und weithin vergessen war.
Sein nach wie vor mitreißender Forschungsdrang ließ auch seinen Vater, den 86-jährigen Keramiker, nicht ruhen. Inzwischen gehen die beiden bei einer ganzen Reihe barocker blau-weißer Krüge davon aus, dass sie aus Diessen stammen, was die frühere Forschung nicht erkannt hatte. Schon früher hatten sie einen im oberfränkischen Creußen verorteten Krug als Diessener Produkt identifiziert. Nach der Ersteigerung des 1684er Krugs fiel den Lösches auch wieder eine Fotografie eines ähnlichen Gefäßes aus dem Jahr 1676 auf, das sich in staatlichem besitz befindet. „Den Krug kenne ich seit 30 oder 40 Jahren“, sagt Ernst Lösche, doch sei er sich erst jetzt sicher geworden, dass auch dieses Stück aus Diessen stammen muss. Und natürlich wüsste er nur zu gerne, in welcher damaligen Werkstatt er gebrannt wurde. Zwei spezifische Merkmale weist er auf: Die Initialen A.H. und die Namensnennung Martin Lim, wobei unklar ist, ob es sich dabei um einen voll ausgeschriebenen oder abgekürzten Namen handelt.
Die Diessener Herkunft lässt sich jedenfalls auch in diesem Fall klar nachvollziehen. Durch die vielen Bruchstücke, die die Lösches im Dießener Untergrund gesammelt haben, kennen Vater und Sohn die charakteristischen Züge der barocken Fayencen. Galten bisher schon die Tulpen, Granatäpfel, rechtsdrehende Spiralen und Vögel als typisch Diessenerisch, weisen die Krüge von 1676 und 1684 in der Bauchzone eigentümliche sechsfache Abplattungen auf. Und die jüngsten Entdeckungen haben auch die Kenntnisse über die graphischen Elemente erweitert: So verdeutlichen die genannten Krüge insbesondere auch die Beliebtheit christlicher Symbole im 17. und 18. Jahrhundert.
Entsprechend hat Ernst Lösche sein Werkstattspektrum erweitert. Schon nach den Funden bei der Baumpflanzung vor 46 Jahren hatte Ernst Lösche seine Produktion nach den barocken Vorbildern neu orientiert. Auf seinen neuesten Krügen finden sich nun auch wieder Inschriften wie MARIA, INRI oder IHS, das Herz Jesu oder die Werkzeuge, mit denen Jesus Christus gemartert und ans Kreuz geschlagen wurde. So wirkt das Karfreitagserlebnis von 1963 bis heute.
Heute sind die Diessener Fayencen in allen Darstellungsformen sehr beliebt: Als Geschirr sind sie nicht nur in den Diessener Häusern beleibt, sondern man kann sie überall auf der Welt treffen, wo Keramiksammler das Besondere schätzen. Die blau-weissen Dekore der frühen Hafner sind im Werkstattprogramm von Ernst Lösche durchgängig: Als Geschirr-Serien, als Gartenzier (Rosenkugeln, Eulen), als Einzelobjekte in der Wohnraumgestaltung (Vasen, Schalen, saisonale Dekorationen) und vieles mehr. Zu sehen im Garten des Töpfers, seinen Werkstätten und im hauseigenen Museum am Kirchsteig 18 bis 21 in Diessen-St. Georgen.
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In Diessen am Ammersee ist die Keramik zuhause:
Der Ort des guten Tons
DIESSEN - In der Marktgemeinde Diessen am Ammersee ist die Keramik zu Hause. Seit dem Mittelalter. Viele fragen sich warum. Die Antwort ist ganz einfach: Große Tonlagerstätten auf den Diessener Fluren begünstigten die Entwicklung des Hafner- und Zieglerhandwerks. Im 14. Jahrhundert gab es bereits Ziegeleien, was Flurnamen wie Ziegelstadel, Ziegelwiese und Ziegelboden beweisen. Sie erinnern noch heute an dieses Handwerk, das den Bedarf an Dachziegeln, Dachreitern, Ziegelsteinen, keramischen Bodenplatten und Geschirr deckte.
Dass die Töpferei blühte, hängt aber auch mit der sozialgeschichtlichen Entwicklung des Ortes zusammen, in dem die Landwirtschaft untergeordnet war, stattdessen Handel und Handwerk die Struktur bestimmten. Größter Auftraggeber war das Kloster, außerdem wurden die Diessener Waren im ganzen Pfaffenwinkel und darüber hinaus verhandelt. Die Bevölkerung in Diessen war zu keiner Zeit eine rein bäuerliche und daher nicht vergleichbar mit Orten in der Nachbarschaft.
Schon im 11. und 12. Jahrhundert hatte Diessen den Status einer Kleinstadt und war damals bedeutender als die heutigen Kreisstädte Weilheim und Landsberg/Lech. In der Nachfolge der Grafen von Diessen und Andechs, prägte das große Augustiner Chorherrenstift den Ort am Ammersee. Die geistlichen Herren betrieben eine Siedlungspolitik, die auf das Gewerbe setzte. Handwerker gestalteten den Ort und das Kloster gab ihnen Brot und Arbeit. Das Kloster mit seinem Repräsentationsbedürfnis war größter Auftraggeber für Kachelöfen und dekorative Objekte, was durch Rechnungen und Briefprotokolle nachgewiesen ist. In diesen Protokollen ist genau festgehalten, wie Ökonomie- und Klostergebäude ausgestattet wurden und wie viele Gulden die Hafner dafür bekommen hatten.
Im Verhältnis zu Holz verarbeitenden Handwerkern oder zu Bäckern, Metzgern und Schustern, die den alltäglichen Bedarf deckten, war die Zahl der Hafner für die damals 200 Häuser in Diessen überproportional hoch. Sie stellten wesentlich mehr Tonwaren her, als für die örtliche Versorgung nötig waren. Die bisher älteste Urkunde stammt aus 1631. Sie besagt, dass die drei ansässigen Hafner sich nur ernähren können, weil sie "plab und weiß Geschirr" in ferne Städte verhandeln.
Auch die Ausstattung der Kloster-Apotheken in der Region, die von den oberbayerischen Seen bis in die Alpen reichte, bescherte den Töpfern eine Menge Arbeit. Salbengefäße, Schalen, Krüge und spezielle Geschirre bildeten die Basis für Verdienstmöglichkeiten im Pfaffenwinkel, wo es damals mehr Klöster auf kleinem Raum gab, als anderswo. Dabei haben sich die Diessener auf die handwerkliche Fayence-Herstellung spezialisiert. Begünstigt durch weiß deckende, gute Tone, die sich für die weißen Glasuren eigneten, die - mit blauen Symbolen und Dekoren bemalt - als "Diessener plab und weiß" in die Geschichte eingingen, florierte der Handel prächtig.
So kommt es gegen Ende des 17. Jahrhund erts zu einem Zuwachs auf acht Anwesen in denen Hafnergeschirr hergestellt wurde. In Diessen gab es zu dieser Zeit 328 Häuser. In einer Schilderung von Michael Wening, zu Beginn des 18. Jahrhunderts findet sich folgende Bemerkung: “Man macht auch diß Orths vil schönes weisses Hafner-Geschirr, so weit und brait verhandelt wird." Daraus lässt sich schließen, dass die Fayencen, die in Diessen produziert wurden, wohl hauptsächlich für den Verkauf nach auswärts bestimmt waren.
Für den täglichen Gebrauch stellten die Hafner bis ins 19. Jahrhundert Irdengeschirr her. Davon wurde in jedem Haushalt viel verbraucht zum Essen und Trinken, für Milchverarbeitung, Vorratshaltung und vieles mehr. Hier sind die Tone der Region von größter Bedeutung gewesen, denn Glas war für die Bevölkerung zu teuer. So hat sich das Handwerk der Hafner fest etabliert. Einen Höhepunkt gab es dann noch in den 1920-er Jahren, heute produzieren zehn Werkstätten am Ort: 
Keramik-Werkstätten in Diessen
Frigga Dettmer, Tiefenbachstaße 8, Telefon 0 88 07 - 72 73
Cornelia Goossens, Wengen 17, Telefon 0 88 07 - 17 73
Franz und Ines Höfle, Herrenstraße 15, Telefon 0 88 07 - 92 84 12
Stefan Huber, von Eichendorff-Straße 33, Telefon 0 88 07 – 9 13 09
Hudler-Keramik, Maria-Hilf-Straße 6, Telefon 0 88 07 – 3 84
Dagmar Larasser, Am Kirchsteig 21, Telefon 0 88 07 - 52 82
Ernst Lösche, Am Kirchsteig 19, Telefon 0 88 07 – 18 77
Christoph Möller, Am Kirchsteig 24, Telefon 0 88 07 – 9 13 85
Manigel/Mennerstorfer, Bahnhofstraße 12, Telefon 01 62 - 7 82 94 37
Seelos-Rottka, Buzallee 29, Telefon 0 88 07 – 75 77 
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