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Geschichte Diessens

Diessen am Ammersee

Mitten im schönsten bayerischen Voralpenland liegt am Südwestende des Ammersees der historische Markt Dießen. Er ist umgeben von bewaldeten Moränenhügeln und einsamen Moorflächen. Die umliegenden Orte, Riederau, Dettenhofen, Dettenschwang und Obermühlhausen gehören ebenfalls zur Gemeinde Dießen am Ammersee, die mit knapp 10.000 Einwohnern die größte am Ammerseewestufer ist.

 

Als anerkannter Luftkurort (See 533m ü. N) bietet Dießen den Besuchern und Urlaubern eine Vielfalt von Erholungs- und Unterhaltungsmöglichkeiten. Der Ammersee, der drittgrößte See Bayerns, lädt zum Schwimmen, Segeln, Rudern oder Surfen ein: Allein in Dießen gibt es drei Strandbäder, mehrere Bootsverleihe und die älteste Binnensee-Segelschule Deutschlands.

 

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Die Linienschiffe der Staatlichen Schiffahrt, allen voran der Raddampfer "Dießen" aus dem Jahre 1908, bringen Sie zu den vielen Anlagestellen rings um den See. Den aktuellen Fahrplan finden Sie hier

Die Fischerei ist seit Jahrhunderten eine Einnahmequelle für mehrere Familienbetriebe. Die Rechte und Pflichten der Fischer auf dem Ammersee wurden schon im Mittelalter mit den bayerischen Herzögen ausgehandelt und festgeschrieben.

Veranstaltungen, wie z.B. das alljährliche Fischerstechen, erinnern auch heute noch an die Tradition Dießens als Fischerort.

 

Dießen – gestern und heute

Die Tatsache, daß in unmittelbarer Nähe Dießens in der Römerzeit (15 v. Chr. Bis etwas 500 n. Chr.) eine Straße entlangführte, läßt noch keine gesicherten Schlüsse über eine Ansiedlung von Bewohnern zu. In den Ortsteilen Obermühlhausen und St. Georgen weisen Funde aus der Zeit 1.000 v. Chr. Auf menschliche Ansiedlungen in dieser frühen Zeit hin.

Die Alemannen und die Bajuwaren siedelten nach der Römerzeit im 9. Jahrhundert um einen karolingischen Gutshof, der an der Stelle des späteren Augustiner-Chorherren-Stiftes stand. Der Gutshof befand sich in unmittelbarer Nähe des Tiefenbaches, worauf man den Namen "ze Diezen" nennt. Diese Grafen galten im 12. Jahrhundert als die mächtigsten in Bayern. Nicht nur ihr Reichtum, sondern auch die Förderung eines Nonnenkonvents und der St. Georgener Mönche, die auf dem Gutshof Heimstatt fanden, war für das Grafengeschlecht bezeichnend. Sie übersiedelten später nach Andechs und überließen dem Kloster ihre Ländereien mit allen Rechten. Neben einer kleinen Fischersiedlung am See, wird Dießen erstmalig 1231 als "Stadt" erwähnt, was Rückschlüsse auf eine größere Ansiedlung zulässt. Die Grafen von Dießen und Andechs starben im Jahre 1248 aus, und damit fiel der gesamte Besitz an die Wittelsbacher. Wahrscheinlich ist es mangelnder Förderung zuzuschreiben, dass sich Dießen in der folgenden Zeit zu einem Markt zurückentwickelte. Dießen wird 1302 wieder erwähnt; zu diesem Zeitpunkt erhielt das Kloster alle Gerichts- und Herrschaftsrechte über Markt und Pfarrei.

Ludwig der Bayer schenkte den Dießenern das Marktrecht 1324 zurück. 1326 wurde der Ort zum Markt erhoben. Die Dießener Bürger hatten ihn im Kampf um die Kaiserkrone gegen Friedrich den Schönen von Österreich tatkräftig unterstützt. Das Augustiner Chorherrenstift erhielt als Äquivalent für Dießen das Recht der Niedergerichtsbarkeit über die ganze Klosterhofmark, dazu gehörten Lachen, Bierdorf, Engenried, St. Alban, Riederau, Rieden, St. Georgen, Wengen und Bischofried.

Der 30-jährige Krieg (1618-1648) und die Bedrohung durch die Schweden ließen Not und Elend über die Bevölkerung kommen. Allein die Pest forderte in den Kriegsjahren 1632-35 über 600 Menschenleben.

Der Markt Dießen und das Kloster mussten während des spanischen (1701-1713) und des österreichischen (1741-1748) Erbfolgekrieges große Opfer bringen. Auch die Napoleonischen Kriege von 1799-1801 belasteten Markt und Kloster finanziell und personell.

Es ist erstaunlich, wie Markt und Kloster den 30jährigen Krieg überwinden konnten; der damalige Klostervorsteher, Propst Simon Werle, hatte einen nicht unerheblichen Einfluss auf die positive Entwicklung.

Das Kloster wurde Zentrum der Wissenschaft und Künste vom Jahr 1713 bis zur Säkularisation im Jahr 1803 unter Propst Herkulan Karg.

Während der Zeit seiner Klosterführung wurde von 1732-1739 das Marienmünster, eine der schönsten Barockkirchen Bayerns, von Johann Michael Fischer erbaut. Die Klosteraufhebung (Säkularisation) 1803 wirkte sich wieder negativ auf den Ort aus, da in ihrer Folge viele Menschen arbeitslos wurden.

Seit dem Mittelalter gab es in Dießen eine bedeutende Hafnerproduktion, wie Funde u. a. in St. Georgen beweisen. Auch heute sind in Dießen viele Töpfer beheimatet, die ihre Produkte im Pavillon am See ausstellen. Einmal im Jahr, von Himmelfahrt bis zum folgenden Sonntag und an Maria-Himmelfahrt finden in Dießen der "Dießener Töpfermarkt bzw. der "Dießener Kunsthandwerkermarkt" statt. Die Zinngießerei Schweizer, viele Maler, Kunsthandwerker, Komponisten und Schriftsteller haben Dießen über die Grenzen Bayerns bekannt werden lassen.

Der Bau des Bahnhofs Dießen an der Bahnlinie Augsburg-Weilheim förderte den Fremdenverkehr. Bereits 1868 wurde in Dießen ein Verschönerungs- und Fremdenverkehrsverein gegründet.

 

Der malerische, am See gelegene Markt zog immer wieder Künstler in seinen Bann, die sich für einige Zeit in Dießen niederließen. So lebten hier die Maler Spitzweg, Koester, Leibl, Schilcher, Thomas Theodor Heine, Vorhölzer, Dekkert und später Fritz Winter. Die Komponisten Richard Trunk und der berühmte Carl Orff lebten in Dießen am Ammersee.

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Marienmünster (ehem. Klosterpfarrkirche 173239) eine der schönsten Barockkirchen Bayerns erbaut von Johann Michael Fischer, dem größten Barockmeister Altbayerns. Stuckaturen von Franz Xaver und Johann Michael Feichtmayr sowie Johann Georg Üblhör, Deckengemälde von Johann Georg Bergmüller. Den Entwurf für den Hochaltar, der zu den größten Deutschlands zählt, lieferte Francois Cuvillies, zwei Altarblätter von den Venezianern Pittoni und Tiepolo.

 

 

Die größte Sehenswürdigkeit des Ortes ist das Marien-Münster, das in den Jahren 1732 – 39 durch den Barockmeister Johann Michael Fischer errichtet wurde und bis 1803 Mittelpunkt des ehemaligen Augustiner-Chorherrenstifts Dießen war. Der eindrucksvolle Bau hat eine wundervoll, festlich elegante Ausstattung. Der Hochaltar wurde von Francois Cuvillie´s entworfenen, Deckengemälde von Johann Georg Bergmiller. Die Stukkaturen sind das Werk der Gebrüder Feichtmayr, eine Kanzel stammt von Johann Baptist Straub. Sehenswert sind auch die Altargemälde der Italiener Tiepolo und Pittoni sowie eine Petrusstatue des Erasmus Grasser.

Öffnungszeiten:

Mo – Sa:
8 – 12 Uhr und 14 –18 Uhr
Führung über das katholische Pfarramt,
Tel. 08807 / 948940
Fax 08807 / 9489420

Marienmünster

 

 

Daneben befindet sich die St. Stephanskirche, deren Besuch sich wirklich lohnt. Vor 350 Jahren als Pferdestation der Augustinerchorherren erbaut, nach der Säkularisation fast zur Ruine vorkommen, jetzt z einer Kirche umgebaut. Eine Mischung aus romanisch und modern.

Ehemalige Dießener Pfarrkirche in St. Georgen, deren Gründung angeblich bis auf das Jahr 816 zurückgeht. Stuckarbeiten von Franz Xaver und Johann Michael Feichtmayr, Fresken von Josef Ziller, Hochaltar mit Figuren von Thomas Schaidhauf, Gemälde von Matthias Günther. Seitenaltäre in Stuckmarmor von dem Wessobrunner Meister Thassilo Zopf. Auf der Südseite des Langhauses malerisches Beinhaus. Bei der Kirche idyllischer Höhenfriedhof, eine der ältesten christlichen Begräbnisstätten Bayerns.

 

 

 

Taubenturm

 

 

Der Taubenturm

Am Eingang wechselnde Ausstellungen (nur am Wochenende geöffnet) - Laufende Ausstellungen finden Sie unter:

www.heimatverein-diessen.de 

 

 

Fritz-Winter-Atelier - Laufende Ausstellungen finden Sie im aktuellen Veranstaltungskalender

Forstanger 15 a, Telefon: 08807/4559,

Öffnungszeiten: Mi - Sa 14 –18 Uhr, So 11 - 18 Uhr oder nach Vereinbarung

 

 

Carl-Orff-Museum im Rinkhof - Laufende Ausstellungen finden Sie im aktuellen Veranstaltungskalender

Öffnungszeiten: Sa, So 14 –17 Uhr oder nach Vereinbarung, Telefon 08807/1583.


 

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