DIESSENER KERAMIKPREIS
Darauf schaut die internationale Keramikszene
Er hat sich binnen zehn Jahren zum begehrtesten Gütesiegel in der europäischen Keramikwelt durchgesetzt. Deshalb reichen Jahr für Jahr bis zu 70 Keramiker - zugelassen sind nur die von der Fachjury zum Diessener Töpfermarkt eingeladenen Werkstätten - Arbeiten ein. Die Themen legt die Marktleitung fest. Die Preisverleihung findet immer am Abend des ersten Markttages im Traidtcasten statt. An der Preisverleihung nimmt neben Marktleiter Wolfgang Lösche und Bürgermeister Herbert Kirsch auch immer die Familie Rohde mit Benjamin und Helmut Rohde teil. Das weltweit tätige Unternehmen im Brennofenbau stiftet seit 2001 den mit 3.000 Euro dotierten Preis.
Bisher sind folgende Töpfer mit dem Diessener Keramikpreis gewürdigt worden:
- Preisträger 2001, Thema „Das handwerkliche Geschirr”: Keramische Werkstatt Margaretenhöhe, Essen; Katja Maechtel aus Nürnberg; Hans Fischer aus Passau
- Preisträgerin 2002, Thema „Keramikunikate, die erlesenen Sammlerstücke”: Nandl Eska aus München
- Preisträger 2003, Thema „Formen, Glasuren, Dekore”: Uwe Löllmann aus Hilzingen;
Billa Reitzner aus München
- Preisträger 2004, „Keramikpaare”: Jochen Rüth aus Altisheim;
Roland Summer aus Velden/Österreich
- Preisträger 2005, „Vorratsgefäße”: André von Martens aus Gosda;
Bernard David aus Henrichemont/France
- Preisträger 2006, „Geometrische Variationen in Form & Dekor”: Inke Lerch-Brodersen
aus Bünsdorf; Johannes Peters aus Freiburg
- Preisträger 2007, „Dialoge, Formen, Strukturen”: Enno Jäkel aus Köln;
Kap-Sun Hwang aus Kellinghusen
- Preisträger 2008, Thema „Inspirationen aus der Natur”: Renate Balda aus Waldkirchen; Sonngard Marcks aus Wolfenbüttel
- Preisträger 2009, Thema „Schalen”: Susanne Altzweig aus Höhr-Grenzhausen
- Und 2010? Thema: „Jubiläumsstücke für die keramische Schatzkammer“. Die Jury ermittelt den Preisträger am Nachmittag des ersten Töpfermarkttages.
Die Preisverleihung ist wie in jedem Jahr zu Christi Himmelfahrt, Donnerstag, 13. Mai. Die Arbeiten sind vier Tage im Traidtcasten neben dem Diessener Kirchenzentrum ausgestellt. Der Traidtcasten ist eine Destination auf dem Diessener Keramikweg zwischen dem Dampfersteg und dem Keramikzentrum am Kirchsteig. Der Festakt beginnt um 20 Uhr.

Dauerausstellung im Diessener Rathaus
DOKU DER TÖNERNEN IDEEN
Seitdem der Diessener Töpfermarkt vom westlichen Ortsrand ans Seeufer gewandert ist, seitdem gibt es auch den Diessener Keramikpreis. Gestiftet von Brennofen-Hersteller Helmut Rohde aus Prutting bei Rosenheim, ist der Preis im Jahr 2001 zum ersten Mal ausgelobt worden. Die Marktgemeinde Diessen kauft die Arbeiten der Preisträger an, um eine Sammlung aufzubauen.
Alle bisher erworbenen Keramiken sind in einer Vitrinen-Schau im Dießener Rathaus ausgestellt. Zu besichtigen während der Öffnungszeiten: Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 12 Uhr, zusätzlich am Dienstag von 14 bis 16 Uhr und am Donnerstag von 14 bis 18 Uhr.
Preisträger 2001
Das handwerkliche Geschirr
- Keramische Werkstatt Margarethenhöhe aus Essen
- Katja Maechtel aus Nürnberg
- Hans Fischer aus Passau
Preisträger 2002
Keramikunikate - Erlesene Sammlerstücke
- Nandl Eska aus München
Preisträger 2003
Formen - Glasuren - Dekore
- Uwe Löllmann aus Hilzingen
- Billa Reitzner aus München
Preisträger 2004
Keramikpaare
- Jochen Rüth aus Altisheim
- Roland Summer aus Velden/Österreich
Preisträger 2005
Vorratsgefäße
- André von Martens aus Gosda
- Bernard David aus Henrichemont/Frankreich
Anerkennungen ausgesprochen hat die Jury für die Arbeiten von
- Martin Möhwald aus Halle/Saale
- Acki Jürgens und Renate Schuck aus Dresden
- Fritz Renner aus Obergünzburg
Preisträger 2006
Geometrische Variationen in Form und Dekor
- Inke Lerch-Brodersen aus Bünsdorf
- Johannes Peters aus Freiburg
Eine Anerkennung ausgesprochen hat die Jury für die Arbeiten von
- Christine Wagner aus München
Preisträger 2007
Dialoge, Formen, Strukturen
- Enno Jäkel aus Köln
- Kap Sun-Hwang aus Kellinghusen
Preisträger 2008
Inspirationen aus der Natur
- Renate Balda aus Waldkirchen
- Sonngard Marcks aus Wolfenbüttel
Mit Anerkennungspreisen wurden gewürdigt
Frank Schillo aus Rheinbach-Merzbach
Juliane Herden aus Halle
Preisträger 2009
Schalen
- Susanne Altzweig aus Höhr-Grenzhausen
Helmut Rohde, Stifter des Diessener Keramikpreises:
Marke auf höchstem Niveau
Diessen am Ammersee - Helmut Rohde, Brennofenhersteller aus Prutting bei Rosenheim, hat 2001 den Diessener Keramikpreis gestiftet, um die Qualität im Kunsthandwerk zu würdigen und vor allem der jungen Keramiker-Generation Motivation und Anerkennung zu geben. Das ist ihm gelungen. Der Diessener Keramikpreis - dotiert auf 3.000 Euro - ist zu einer der begehrten Auszeichnung in Europa geworden.
Rohde selbst, früher Entwicklungsingenieur bei Siemens, wandte sich in den 1970-er Jahren der Keramik zu. Anfangs aus Liebhaberei. In der eigenen Töpferwerkstatt, kam schließlich der Ingenieur wieder durch, der den Keramikern mit technischem Know-how neue Perspektiven eröffnen wollte. Heute gehört seine 1982 gegründete Brennofen-Firma zu den europaweit aktiven Entwicklern und Herstellern von Brennöfen, die in handwerklichen Keramikbetrieben eingesetzt werden. Rohde bietet über 50 Ofentypen an. Mit 80 Mitarbeitern und Tochterunternehmen in der Tschechischen Republik (ein Land mit großer Töpfertradition und enormer Dichte von keramischen Betrieben) weiß er immer aktuell, was in Europa läuft.
Helmut Rohde: “Der Diessener Töpfermarkt wird nicht nur regional wahrgenommen. Er spielt international ganz vorne mit." Der Ingenieur erzählt von seinen Reisen zu den Töpferwerkstätten im In- und Ausland, dass jeder Keramiker den Diessener Töpfermarkt kennt und schätzt, "von Finnland bis Südfrankreich." Die Diessener Hafnertradition und die aktuelle, überaus lebhafte Töpferszene sowie der gute Ruf des Diessener Töpfermarktes am See sind für Rohde Gründe, sich nach wie vor für die Wertigkeit zu engagieren, die in Diessen dem Kunsthandwerk entgegengebracht wird. Auch seitens der politischen Entscheidungsträger. Bei soviel positiven Faktoren hätte die Töpferkunst in Diessen nicht nur eine der Tradition verhaftete Heimat, sondern auch ein gutes Klima für zukünftige Entwicklungen. "Deshalb gehört der Töpfermarkt am See auch zu den ganz großen Nummern in Europa."
Dass Rohde mit dem Diessener Keramikpreis dazu beitrage, ein Markenzeichen auf ein exklusives Fundament zusetzen, würdigt Diessens Bürgermeister Herbert Kirsch: "Die Marktgemeinde als Veranstalter schätzt sich glücklich, einen so großartigen Förderer mit im Boot zu haben und damit der Großveranstaltung auch branchenintern ein Glanzlicht zu verleihen." Das könnte die Gemeinde in den wirtschaftlich schwierigen Zeiten momentan nicht leisten.
