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Bürgerdialog: Kommunales Wohnbauprojekt „Drei Rosen“

    Auf dem Gelände des ehem. Gasthof Drei Rosen sollen Wohnungen entstehen
    Markt Dießen Schützenstraße 22 - Ein kommunales Wohnbauprojekt

    Planungswettbewerb soll beste Lösung ermitteln

    Auf dem Gelände des ehemaligen Gasthofs „Drei Rosen“ soll bezahlbarer Wohnraum im Rahmen eines kommunalen Wohnbauprojektes entstehen. Um hierfür die beste Lösung zu finden wurde im Marktgemeinderat entschieden, einen Planungswettbewerb unter Architekten mit Landschaftsarchitekten durchzuführen.

    Unterstützt bei der Durchführung des Wettbewerbs wird die Gemeinde durch das Stadtplanungsbüro Hummel Kraus GbR aus München. Die öffentliche Infoveranstaltung dazu fand am 07.11.2023 statt. Die anwesenden Bürgerinnen und Bürger wurden von Bürgermeisterin Sandra Perzul herzlich begrüßt und erhielten gleich die wichtigsten Informationen zum Vorhaben der Gemeinde. Es solle bezahlbarer Wohnraum entstehen. Kommunaler Wohnraum bedeute nicht, dass hier Sozialwohnungen entstehen sollen. Vielmehr sind es Wohnungen für Bürgerinnen und Bürger mit „schmalen Geldbeutel“, die es bei den aktuellen Mietpreisen schwierig hätten, bezahlbare Wohnungen zu finden.

    Barbara Hummel vom Planungsbüro Hummel Kraus GbR erläuterte in ihrem Vortrag, dass im ländlichen Raum die unterschiedlichen Lebensphasen bei der Wohnraumschaffung bislang außen vor geblieben sind. So gebe es keine oder zu wenige Wohnungen für Lebenskonzepte abseits des klassischen Familienmodells. Vorrangig wurden in der Vergangenheit Häuser für Familien gebaut. „Wir leben heute aber anders“, so die Architektin. Singlewohnungen, Wohnungen für Alleinerziehende, Paare oder andere Wohngemeinschaften gebe es zu wenig. Dieses Problem existiere in so gut wie allen Kommunen abseits der größeren Städte wie München oder Augsburg.

    Für die Durchführung des Wettbewerbes wird ein sogenannter Auslobungstext mit den Rahmenbedingungen und der Entwurfsaufgabe noch formuliert. Es sollen ca. 24 Wohnungen mit Größen von 40 bis 105 Quadratmetern sollen auf dem Grundstück mit einer Fläche von 1.980 Quadratmetern entstehen. Dabei soll das Hauptgebäude des ehemaligen Gasthauses „Drei Rosen“ erhalten bleiben und um weitere Baukörper erweitert werden. Jede Wohnung in den neuen Gebäuden soll möglichst einen Balkon oder andere Freisitzmöglichkeit erhalten. Die Flächen um die Gebäude sollen so gestaltet werden, dass Begegnungs-, Aufenthalts- und Spielflächen für die Bewohnerschaft entstehen. Gemeinschaftliche Begegnungs- und Freizeitflächen mit natürlicher Verschattung müssen in den Entwürfen vorgesehen sein. „Wir wollen, dass die Menschen raus können und sich begegnen, einen Bezug zueinander haben.“ Die Gebäude sollten außerdem möglichst technikfrei und wartungsarm sein. Der Klimawandel führt dazu, dass die Anzahl der sogenannten tropischen Nächte in Zukunft immer mehr zunehmen wird. So gehe es nicht nur darum die Gebäude heizen zu können, vielmehr werde man kühlen müssen, wenn die nächtlichen Temperaturen bei 24 Grad liegen, so Stadtplanerin Barbara Hummel. Weitere Aspekte wie Barrierefreiheit, Tiefgaragenplätze und Flächen für Fahrradständer seien dazu planerische Aufgaben, die im Rahmen des Wettbewerbs beantwortet werden müssen.

    Das Verfahren sieht vor, dass sich bis zu zwölf Büroteams am Wettbewerb beteiligen können. Anonymisiert werden diese Abgaben von Hummel und Kraus geprüft und nochmals anonymisiert der Jury vorgestellt. Die Jury besteht aus Fachpreis- und Sachpreisrichtern plus einer durch Losverfahren ermittelten Person, die sich als Bürgervertreter ohne Stimmrecht am Auswahlverfahren beteiligt.

    Im Rahmen des Bürgerdialogs konnten von den Anwesenden noch Fragen gestellt werden. So wurde nach dem System der Wohnungsvergabe gefragt. Das Konzept zu der Vergabe werde im Gemeinderat beschlossen, sehr wahrscheinlich auf Basis eines Punktesystems, so Bürgermeisterin Sandra Perzul. Für die Frage nach dem voraussichtlichen Bezugstermin wurde eine Zeitplanung aufgestellt, nach der der Wettbewerb im nächsten Jahr stattfindet, die tatsächliche Planung von 2025 bis Mitte 2026 erfolgt und der Baubeginn für das Jahr 2027 avisiert wird. Ob die Anzahl von 24 Wohneinheiten nicht etwas von dem Potential ungenutzt lassen würde, war der Einwand eines Bürgers. Dazu erklärte Barbara Hummel, dass es aus wirtschaftlicher Sicht mindestens 24 Wohnungen sein sollen. Aufgabe der Planer sei es auch herauszufinden, ob ggfs. mehr verwirklicht werden könne immer mit Hinblick auf Lebens-, Wohn-, und Ortsqualität. Für die Höhe der Bebauung gehe man aktuell von Erdgeschoss, erstem Stock und Dachgeschoss aus. Maßgeblich dafür sei die Umgebungsbebauung.

    Nach dem Vortrag und der Fragerunde hatten sich einige interessierte Bürgerinnen und Bürger am Auswahlverfahren für den Juryplatz beteiligt. Das Los fiel auf Maran Fesser, Anwohner aus der Schützenstraße.

    Insgesamt setzt sich das Preisgericht zusammen aus Sachpreisrichtern (Vertretern der Gemeinde), Fachpreisrichtern (Fachleute mit Qualifikation), sachverständigen Beratern (Bauamt) und dem Bürgervertreter mit Beratungsfunktion, aber ohne Stimmrecht.

    Als nächster Schritt ist die erste Preisrichter-Vorbesprechung mit dem zusammengestellten Preisgericht für Anfang Dezember geplant.

     

    Bild: v. l. n. r.:
    Barbara Hummel vom Büro Hummel Kraus GbR (Stadtplanung und Wettbewerbsbetreuung), Maran Fesser (Bürgervertreter), Sandra Perzul (Erste Bürgermeisterin)

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