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Diessener Töpfermarkt




  Sie sind hier: Diessen am AmmerseeDiessener Töpfermarkt \ Der Töpfermarkt






 

 

Herzlich willkommen

beim Diessener Töpfermarkt 2011

 

 

In jedem Jahr zu Christi Himmelfahrt eröffnet in der Marktgemeinde Diessen am Ammersee der Diessener Töpfermarkt. Entlang des naturbelassenen Seeufers zeigen 150 Töpfer aus Europa einen Querschnitt ihres Schaffens. Freuen Sie sich heute schon auf erlebnisreiche Tage bei Europas großem Keramiker-Festival

 

 

von Christi Himmelfahrt

Donnerstag, 02. Juni bis Sonntag, 05. Juni 2011

täglich von 10 bis 18 Uhr

  

 

 

 

 



Mehr Züge zum Töpfermarkt
 
DIESSEN am Ammersee –  Die Marktgemeinde Diessen strebt einen reibungslosen Ablauf des Töpfermarktes von Donnerstag, 13. Mai bis Sonntag, 16. Mai an. Weil möglicherweise das Wetter mit den Eisheiligen Kapriolen schlägt und Parkplätze gesperrt werden müssen, bitten wir unsere Gäste und Besucher, vor allem aus den Großräumen München und Augsburg, das Auto daheim zu lassen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren.
 
Die Bayerische Regiobahn (BRB) setzt auf der Strecke Augsburg – Weilheim vormittags Doppeltraktionen ein, am Nachmittag und Abend verkehren für die Rückfahrt auch jeweils zwei Zuggarnituren auf der Strecke Weilheim – Augsburg.
 
Zusätzliche Triebwagen fahren am 13., 15. und 16. Mai ab Augsburg – Oberhausen um 8.46, 9.46, 10.46, 11.46 und 12.46 Uhr; ab Weilheim – Augsburg um 10.53, 14.53, 15.43, 16.43 und 17.43 Uhr.
 
Die Bayerische Regiobahn empfiehlt, in dem genannten Zeitraum keine Fahrrad­touren mit der Ammerseebahn zu planen, weil die Mitnahme von Rädern nicht gewährleistet werden kann.    
 
Eine erlebenswerte Alternative ist die Fahrt mit der S 4 nach Herrsching. Vom Bahnhof sind es wenige Gehminuten zur Dampferanlegestelle. Hier verkehren die Ammerseeschiffe im Pendelverkehr. Der Dampfer fährt zirka 25 Minuten und legt direkt am Töpfermarkt an.

 

 


Diessen geniessen

 

Zehn Jahre Diessener Töpfermarkt am See – 150 Werkstätten aus Europa

 

DIESSEN am Ammersee – Die Keramikwelt schaut nach Oberbayern: Rund 60.000 Keramikfreunde erwartet die Marktgemeinde Diessen an den vier Töpfermarkttagen. Die Großveranstaltung beginnt traditionsgemäß zu Christi Himmelfahrt, am Donnerstag, 13. Mai und endet am Sonntag, 16. Mai. Es ist heuer der zehnte Markt entlang des Ammerseeufers.

 

Gegründet wurde die Veranstaltung 1978 von Arthur Sudau, sie fand vor dem Umzug ans Seeufer auf Sudaus Privatgrundstück im Diessener Westen statt. Die Jury mit Fachleuten aus Kunst und Keramik hat aus nahezu 400 Bewerbungen wieder 150 Keramiker aus 12 europäischen Ländern ausgewählt. Ihr zeitgenössisches Schaffen bietet einen Überblick des keramischen Kunsthandwerks in Glasur, Form und Dekor. Somit ist Diessen auch heuer wieder der Anziehungspunkt für Sammler, Galeristen und Keramikfreunde aus aller Welt.

Entlang des Ammerseeufers breitet sich in den weitläufigen Parkanlagen der Diessener Seeuferpromenade das keramische Schaffen aus, das reich ist an Höhepunkten und den Gast zusätzlich mit der voralpenländischen Naturidylle verwöhnt. Plus Keramikweg durch Diessen, Sonderausstellungen im ganzen Ort und einer viertägigen Schau aller Arbeiten, die zum Wettbewerb „Zehn Jahre Diessener Keramikpreis - Jubiläumsstücke für die keramische Schatzkammer“ zugelassen sind.

Wer zum Töpfermarkt kommt, dem bietet sich beste Gelegenheit zum „Diessen geniessen“. Die Künstlerkolonie ist auch ein Ort des Naturidylls, das Kreative schätzen, und es ist ein Ort der sportlichen Vielfalt zwischen Wassersport am See und dem Entspannen auf den Rad- und Wanderwegen bis hinein in den Pfaffenwinkel - und Diessens vielfältige Gastronomie ist bestens gerüstet für ihre Gäste. Übrigens ist die Anreise mit der Ammerseebahn ein Vergnügen und die Fahrt über den See mit einem der nostalgischen Luxusdampfer ein Genuss.

Der Diessener Töpfermarkt und die Veranstaltungen des Rahmenprogramms sind an den vier Tagen jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Auskünfte bei der Pressestelle des Diessener Töpfermarkts, Beate Bentele, Telefon 00 49 – 88 07 – 949 100 oder per e-mail unter artbeate@aol.com sowie im Internet: www.diessener-toepfermarkt.de

 

 


HOHER BESUCH AUS BERLIN


Bundestagsvizepräsidentin Gerda Hasselfeldt eröffnet Diessener Töpfermarkt


 
DIESSEN – Sie vertritt den zweiten Mann im Staate, der im Staatsprotokoll vor dem Bundeskanzler steht und repräsentiert mit ihm den Deutschen Bundestag: Bundestagsvizepräsidentin Gerda Hasselfeldt (CSU) eröffnet zu Christi Himmelfahrt, am Donnerstag, 13. Mai den Diessener Töpfermarkt am See. „Für Diessen eine große Ehre“, freut sich Bürgermeister Herbert Kirsch, „eine Politikerpersönlichkeit in so hohem Range ist seit über 30 Jahren nicht mehr in Diessen gewesen.“ Der letzte war Dr. Richard Jaeger, der von 1953 bis 1965 sowie von 1967 bis 1976 Vizepräsident des Deutschen Bundestags war, aber auch in Diessen bis zu seinem Tode, am 15. Mai 1998, lebte.
 
Gerda Hasselfeldt reist am Eröffnungstag schon in den frühen Morgenstunden an, um bei den „Gesprächen auf dem Schiff“ dabei zu sein. „Ich bin schon sehr gespannt auf den Diessener Töpfermarkt und freue mich auf den Ammersee.“ Für die Bundespolitikerin fast ein Heimspiel, weil sie seit beinahe 20 Jahren den oberbayerischen Wahlkreis Fürstenfeldbruck-Dachau im Bundestag vertritt.
 
Gerda Hasselfeldt trifft auf dem Ammersee-Raddampfer DIESSEN beim Frühstück mit Vertretern der Politik, des Kunst- und Töpferhandwerks sowie der Presse zusammen. Begleitet von bairischen Musikanten des Diessener Trachtenvereins, geht sie um 10 Uhr in den Seeanlagen von Bord und eröffnet am Dampfersteg den Diessener Töpfermarkt. Musikalisch begrüßt wird sie hier auch vom Musikverein Diessen. Bürgermeister Herbert Kirsch als Hausherr des Diessener Töpfermarktes und Marktleiter Wolfgang Lösche begleiten die Ehrengäste nach dem Eröffnungsakt noch über den Töpfermarkt, zeigen ihnen die Marktneuheiten und führen sie zu Vertretern der Werkstätten aus England, Frankreich, Österreich, der Schweiz, aus den Niederlanden, Spanien, Rumänien, Ungarn und Griechenland.
 
Die „Gespräche auf dem Schiff“ dienen dem ungezwungenen Austausch, abseits von Protokollen und Formalitäten. Hier treffen Entscheidungsträger aus der Politik und die Interessensvertretungen der Kunsthandwerker in formloser Runde zusammen. Ziel ist es, sich kennenzulernen, miteinander zu sprechen, Erfahrungen auszutauschen oder einfach nur gute Begegnungen zu haben. Aus dieser Runde sind in den vergangenen fünf Jahren bereits viele Impulse hervorgegangen, die dem Töpferhandwerk und dem Kunstschaffen gut getan und das gegenseitige Verständnis gefördert haben.
 
Initiiert wurden die „Gespräche auf dem Schiff“ von der marktgemeindlichen Pressestelle des Diessener Töpfermarktes, vertreten durch die Diessener Journalistin Beate Bentele. Die erste Veranstaltung fand vor fünf Jahren auf der SCHONDORF statt. Die kleine Runde von damals ist heute auf 80 Ehrengäste angewachsen. Sie fand auch schon auf der HERRSCHING, der AUGSBURG und heuer zum zweiten Mal auf der DIESSEN statt und wird gesponsert von der Bayerischen SeenSchiffFahrt. Den Töpfermarkt 2009 hat der Bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon eröffnet, der heuer auf dem Kirchentag in München ist, sich aber schon für die Eröffnungsveranstaltung 2011 in Diessen angekündigt hat. 
 
In diesem Jahr sind unter anderem dabei Christoph Hillenbrand, Regierungspräsident der Regierung von Oberbayern, Josef Mederer, Präsident des Bezirks Oberbayern, Alexander Dobrindt, CSU Generalsekretär und Bundestagsabgeordneter, Ewald Schurer, MdB, Stellvertretender Vorsitzender BayernSPD, Vorsitzender der SPD Oberbayern, Martin Güll, MdL (SPD), Dr. Sepp Dürr, MdL (Grüne), Ludwig Hartmann, MdL (Grüne), Landsbergs Landrat Walter Eichner (CSU), sowie Ammersee-Bürgermeister, Politiker aus Kreis- und Bezirkstag, Vertreter des Töpferhandwerks wie die Innungsobermeisterin der Töpfer- und Keramikerinnung Bayern, Edith Memmel, die Stifter des Diessener Keramikpreises Helmut und Benjamin Rohde, Martin Möhwald, Bayerischer Staatspreisträger 2010, Gerhard Trommler vom Ausstellerbeirat des Diessener Töpfermarktes, aber auch Vertreter von Kunst- und Kultur fördernden  Institutionen und des bayerischen Tourismus.

 

 

 

 
Bambus-Vasen am Kirchsteig

 

 

Im Garten des Töpfers – Der Töpfer als Gärtner - Diessener Keramikweg voller Überraschungen 

 

DIESSEN – „Im Garten des Töpfers“ am Kirchsteig in Diessen gibt es zum Diessener Töpfermarkt wieder neue Objekte für Keramiksammler und Keramkliebhaber: Bambus-Vasen - von 80 Zentimetern Höhe bis zu zierlichen Tischväschen – sind Objekte, die Ernst Lösche kurz vor seinem Tod im April dieses Jahres, wieder neu aufgelegt hat. Jetzt stehen sie in großen Gruppen und kleinen Arrangements im Keramik-Park und setzen innerhalb der Ausstellungen auf dem Gelände, das auch eine Destination am „Keramikweg durch Diessen“ ist, einen Schwerpunkt. Geöffnet ist an den vier Töpfermarkttagen, täglich von 10 bis 18 Uhr. 

Ernst Lösche hat die Natur über alles geliebt. Seinen berühmten Keramikgarten, dem Regisseur Matti Baur den Film „Im Garten des Töpfers“ gewidmet hat, gestaltete er selbst und hatte ihn stets fest im Griff. In den 1980-er Jahren startete er eine groß angelegte Versuchsreihe mit Ascheglasuren aus den Pflanzen seines Gartens.  Forschungen, die in der Fachwelt mit Neugierde und Respekt verfolgt und auch nachgeahmt worden sind. 

Lösche experimentierte damals unter anderem mit Asche aus Efeu und Brennnessel, aus Hölzern und aus asiatischen Gräsern. „Es war die Zeit, als Süßgräser wie Bambus oder Miscanthus sehr beliebt und nahezu modern waren“, erinnert sich der Sohn, Wolfgang Lösche. Die Bambus-Kulturen rund um die Werkstätten am Kirchsteig hatten damals stattliche Ausmaße angenommen. Vor drei Jahren starb der Bambus im Keramikgarten ab. Warum, das konnte niemand ergründen. Fachleute aus dem Botanischen Garten in München meinten, gegen den Rückgang sei kein Kraut gewachsen. Man möge einfach abwarten, was geschieht. 

 

Heuer, im Frühjahr begann das Süßgras auf einmal ganz wild zu treiben. „Wir waren begeistert, wie sich der Bambus aus eigener Kraft erneuert“, deshalb, so Wolfgang Lösche, hätte man in der Werkstatt sofort begonnen, Bambus-Vasen zu drehen, „das passt wunderbar mit der Natur zusammen.“ Sie wurden in weiß und grün glasiert, wie sie Lösche senior vor über 30 Jahren bereits in exklusiven Auflagen hergestellt hat. Brandaktuell und neu aber sind die schwarz gebrannten Bambus-Vasen. Sie bezaubern mit ihren Platin-Schiefer-Schattierungen, wirken geheimnisvoll, fast rätselhaft. 

 

Die neuen Bambus-Vasen sind zum Verkauf, hingegen ein kleiner Bestand aus den Forschungen Ernst Lösches nur in der musealen Schau im Werkstattmuseum betrachtet werden kann. Zu sehen sind auch weitere Arbeiten aus den jüngsten Schwarzbränden. Die Schwarzbrand-Öfen zwischen den Werkstätten, die den mittelalterlichen Brennstellen der Diessener Hafner nachgebaut sind, wurden fürs Bayerische Fernsehen dieser Tage in Betrieb genommen. Einen Tag lang wurde für die TV-Serie „Alpen – Donau – Adria“ gefilmt (Sendetermin: Juni 2010). Nachdem die Brennstellen langsam abkühlen, können zur Eröffnung des Töpfermarktes die neuesten Schwarzbrand-Ergebnisse besichtigt werden. 

 

Weiter geht es auf dem Diessener Keramikweg mit einem Besuch gleich gegenüber bei Keramikmeister Christoph Möller, der in seiner Werkstattausstellung „Land­schaftsskizzen … der Töpfer als Gärtner“ skulpturale Arbeiten zeigt und täglich, um 16.30 Uhr zum Werkstattgespräch einlädt. Nebenan öffnet Illusionsmaler Christian Wahl sein Atelier. 

 

Wer den Kirchsteig in Richtung Marienmünster hinunterspaziert, besucht die Ausstellung mit den 70 Arbeiten, die sich um den Diessener Keramikpreis 2010 bewerben. Ihr Thema „Jubiläumsstücke für die keramische Schatzkammer“. Die Jury tagt in der zweiten Hälfte des Eröffnungstages, Donnerstag, 13. August. Am Abend, 20 Uhr, beginnt dann der Festakt mit der Preisverleihung. 

 

Die nächste Station am Keramikweg ist gleich um die Ecke: Im Diessener Taubenturm stellen Studierende der Klasse Prangenberg von der Kunstakademie München Keramiken, Glaskunst und Fotografie aus. An der Herrenstraße 15 entdeckt man eine neue Station: Die Töpferei Höfle, die traditionelles Geschirr herstellt, und neben den Ausstellungsräumen auch ihren Töpfergarten öffnet, der mitten in Diessen Teil der innerörtlichen Gartenkultur ist. 

 

Der Keramikweg ist facettenreich. Mit allem, was er rund um das Töpfer-Handwerk anbietet, stellt er eine kunsthandwerkliche Meile dar, die einen Eindruck des innerörtlichen Diessens vermittelt und vor allem auch in den Quer- und Seitenstraße allerhand Schmankerl versteckt. Zum Beispiel ist die Kunstschmiede Spensberger in der Schützenstraße geöffnet, das Gewerkhaus mit seinen zehn Qualitätswerkstätten und seltenen Gewerken an der Krankenhausstraße, das Arthaus an der Mühlstraße, das Schmuckwerk an der Hofmark, die Zinngießereien an der Herrenstraße … und die Läden haben an allen Töpfermarkttagen offen. Es gibt auch einen Shuttle-Bus, der zwischen Untermüllerplatz (am Wasserfall) und dem Klosterberg (Mädchenrealschule) verkehrt. Diessen geniessen – was will man mehr!              Beate Bentele. 

 




Unser Bild zeigt die neuen Bambus-Vasen im Keramikgarten am Kirchsteig.

  

Empty bowls bekämpft Hunger in der Welt

 

Töpfer stiften Suppenschalen – Erlös hilft Kindern in Not

 

 

DIESSEN – Das Hilfswerk, mit dem amerikanische Töpfer hungernden Kindern helfen, hat vor fünf Jahren beim Diessener Töpfermarkt eine Welle der Hilfsbereitschaft aus­gelöst. Seitdem hat sich die Aktion „empty bowls“ auf vielen Märkten in Deutschland etabliert. Auch heuer – zum zehnten Diessener Töpfermarkt am See – gibt es im zentralen Ausstellungspavillon wieder „leere Schüsseln“. Wer sie erwirbt, unterstützt damit Kinderhilfswerke in Zimbabwe, Brasilien und München. 

 

Sie wollen Not lindern und Zeichen der Hilfsbereitschaft setzen: Die Keramikmeister Christoph Möller und Cornelia Goossens aus Diessen organisieren zum zweiten Mal die Aktion „empty bowls“. Wie es geht? Der zentrale Ausstellungspavillon, der jedes Jahr im Mittelpunkt des Marktes die Besucher aufnimmt, lenkt und leitet, zeigt die keramische Vielfalt des Marktes am Beispiel ausgesuchter Werkgruppen. Heuer sind es leere Suppenschalen (empty bowls), die in Form und Dekor vieles über die Werkstattstile und -programme aussagen. Allerdings sind die Schüsseln von den Töpfern gestiftet. Besucher haben die Möglichkeit, sie entweder leer oder mit einer heißen Suppe, gekocht von Diessener Gastwirten, zu erwerben.

Den zentralen Ausstellungspavillon betreuen die Töpferin Alexandra Zinner aus München, die jüngst erfolgreich beim Münchener Christkindlmarkt am Feilitzschplatz eine empty bowls-Aktion durchführte, und der Kunststudent Ben Goossens. Sie vermitteln den Marktbesuchern das Töpfer-Hilfswerk, das seinen Ursprung in den Staaten hat. Der amerikanische Schriftsteller Paulus Berenson stellte es bei der Präsentation seines Buches „Dialoge mit Ton“ anlässlich des Töpfermarkts 2004 vor. Die gute Idee griffen die Diessener Töpfer umgehend auf – der Erfolg war sensationell. Etwa 40 Märkte in Deutschland hätten sich nach dem Diessener Vorbild in das Hilfswerk eingeklinkt. „Wir sind sehr glücklich darüber“, erklärt Christoph Möller, „weil es eine Aktion ist, die viele Menschen verbindet: Die Töpfer, die die Suppenschalen herstellen, die Menschen, die sie kaufen, die Menschen, die die Suppen kochen und letztlich jene, denen geholfen wird.“

2005 wurden 800 Schalen beim Diessener Töpfermarkt verkauft, der Erlös von 11.000 Euro wurde zu hundert Prozent gespendet. Heuer fließt das Geld in ein Kinderheim in Zimbabwe, in ein Straßenkinderhaus in Brasilien und in die Barbos-Stiftung in München, die psychisch auffälligen Kindern mit Tonfeld-Therapie hilft. Es werden nur Projekte unterstützt, zu denen die Töpfer persönlichen Kontakt haben.                                                                                bb.


Jetzt hat der Diessener Töpfermarkt seine eigene Zeitung:

BRANDheiss

 
Eine eigene Zeitung für den Diessener Töpfermarkt geistert den Verantwortlichen schon lange durch den Kopf: Zum Töpfermarkt 2009 ist “BRANDheiss” aus der Taufe gehoben worden. Die 16-seitige kleinformatige Zeitung dokumentiert die zweitgrößte Veranstaltung (nach den Kaltenberger Ritterspielen) im Landkreis Landsberg, und sie gilt als ein Wegweiser für alle, die den Töpfermarkt von seinen schönsten Seiten erleben und keine übersehen wollen.

Das Cover zeigt ohne viel Worte, worum es geht: Im Vordergrund steht ein Fayence-Krug aus dem 17. Jahrhundert. Im Hintergrund nimmt der historische Raddampfer DIESSEN Kurs auf den Töpfermarkt. Das berühmte “Diessener plab und weiss”, der Ammersee und die Schifffahrt sind die drei Elemente, die den Diessener Töpfermarkt charakterisieren und ihn europaweit unverwechselbar machen. Das gleiche Motiv zieht sich 2009 durch die Werbung, ist roter Faden und Erkennungsmerkmal des Töpfer-Festivals. Auf Einladungen, in Werbeanzeigen, auf Buttons und CDs bildet es die optische Klammer für die viertägige Veranstaltung, die die Marktgemeinde am Ammersee von Jahr zu Jahr immer mehr in den Fokus rückt.

BRANDheiss berichtet über die Neuigkeiten vom Markt: Da trifft die Leserschaft auf große regionale Gruppen, unter anderem auf die französischen Töpfer, die mit 13 Werkstätten die stärkste ausländische Mannschaft bilden. Gefolgt von den Töpfern aus dem Keramikort schlechthin, aus Höhr-Grenzhausen. Hier - so sagen Insider - hätte jeder zweite Töpfer im Lande schon gelernt, studiert, geforscht ... Die aktuellen Tendenzen, wie die wieder entdeckte Malerei auf Keramik, wird vorgestellt. Zu den Schwerpunkten am Markt zählen heuer Tierplastiken, auch das Thema Keramik am See kommt nach wie vor groß raus. Ausführlich wird das Generalthema 2009 vorgesellt: “Kochen, Backen und Servieren in Keramik”. BRANDheiss erkennt aber auch die Vergangenheit als Wurzel, aus der sich das zeitgenössische Schaffen nährt. Deshalb wird über die plab und weiß-Keramiken berichtet und über jüngste Forschungsergebnisse zum Thema “Fayencen in Diessen”. Marktleiter Wolfgang Lösche gibt ein Interview über die Zukunft des Marktes und Bürgermeiser Herbert Kirsch erzählt, wie er sich jedes Jahr freut, wenn es in Diessen heißt: “Die Töpfer kommen.”

BRANDheiss ist reich bebildert mit Material aus den Töpfermarkt-Tagen von 2007 und 2008. Außerdem stellten Barbara Seidl und Sybille Seidl-Cesare Fotografien zur Verfügung. BRANDheiss hat zum Start eine Auflage von 3.000 Exemplaren. Die Zeitungen liegen auf dem Markt auf und können kostenlos mitgenommen. Weiter gibt es Kontingente in den inserierenden Betrieben und Geschäften. Bei den Anzeigen wurde übrigens streng geachtet, dass sich die handwerklich produzierenden Unternehmen und Geschäfte mit gehobener Ware lesefreundlich in den Gesamtkontext einfügen.

Auch 2010 spiegelt BRANDheiss wieder das Marktgeschehen.

BRANDheiss ist eine artbeate production. Beate Bentele ist Redakteurin in Diessen. Sie betreut die Pressestellen Diessener Töpfermarkt und Luitpoldblock München und schreibt für zahlreiche Zeitungen.


 

SCHÖNES AM WEGESRAND

 

Auf dem Keramikweg vom See bis an den Kirchsteig

 

Während des Töpfermarktes finden in Diessen Ausstellungen zur Keramik statt, die sich am „Diessener Keramikweg“ befinden. Aber auch Handwerksbetriebe, Galerien und Läden öffnen an den vier Markttagen ihre Türen für die Gäste aus aller Welt.

 

Der „Diessener Keramikweg" begleitet die Marktbesucher vom Seeufer aus durch den historischen Ortskern. Über die Herrenstraße und Hofmark geht es hinauf zum Marienmünster und zum Kirchsteig im ältesten Diessener Ortsteil, in St. Georgen. Der Spaziergänger kommt stets gut an, wenn er der Beschilderung folgt. Es gibt aber auch einen Shuttlebus vom Untermüllerplatz (beim Wasserfall in der Fischerei) bis zur Realschule. Wer den Weg nur in einer Richtung gehen möchte, steigt in den Bus (die Fahrt ist gratis). In jedem Fall empfiehlt sich gutes Schuhwerk - und die Freude an einem erlebnisreichen Spaziergang ist garantiert.

 

Station eins | Beim Töpfermarkt in den Seeanlagen zeigen 150 Werkstätten aus elf Ländern in Europa Keramik aller Stilrichtungen. Mit Infozelt, Gastronomie, Marktcafé, Kinderspielplatz und der Möglichkeit, die Arbeitsgemeinschaft Diessener Kunst im Pavillon am See zu besuchen oder kennenzulernen.

 

Station zwei | Die Töpferei Höfle empfängt die Besucher mit einer Werkstattausstellung an der Herrenstraße 15.

 

Station drei | Die Ausstellung im Taubenturm des Heimatvereins Diessen begeistert mit jungen Arbeiten. Sieben Studierende von der Akademie der Schönen Künste in München, aus der Klasse Norbert Prangenberg, zeigen Keramik und Fotografie. Darunter auch Arbeiten, die mit dem Danner Preis gewürdigt sind.

 

Station vier | Die Wettbewerbsarbeiten zum Diessener Keramikpreis (Jubiläumsstücke für die keramische Schatztruhe) sind im Traidtcasten neben dem Marienmünster zu sehen. Übrigens: Auch die Kirche St. Stephan (gleicher Eingang wie Traidtcasten) lohnt einen Be­such. Sie gilt als lebendiges Zeugnis des einstigen Zieglerhandwerks in Diessen.

 

Station fünf | Das Keramikmuseum Ernst Lösche (unter anderem mit Bodenfunden des 17. Jahrhunderts)  am Kirchsteig 19 ist geöffnet, im Keramikgarten finden Werkstatt­aus­stellungen statt und im Holzofen wird der klassische Schwarzbrand demonstriert.

 

Station sechs | Die Keramikwerkstatt Dagar Larasser (am Kirchsteig 21) zeigt eine Werkschau mit Objekten für Haus und Garten und mit funktionalen Geschirren.

 

Station sieben | Keramikmeister Christoph Möller (am Kirchsteig 24) präsentiert Skulpturen und Objekte. Die Ausstellung „Landschaftsskizzen oder ... der Töpfer als Gärtner“ geht neue Wege in der freien Keramikgestaltung.

 

Alle Destinationen sind an den Markttagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet.




 

KUCKUCKSEI

 

Flüchtige Erscheinung und barocke Lust im Taubenturm

 

 

Sie studieren an der Akademie der Bildenden Künste in München und haben eine enge Verbindung zum Ammersee: Sieben Kunstschaffende aus der Klasse von Norbert Prangenberg (Keramik und Glas) stellen im Mai im Diessener Taubenturm Keramik und Fotografie aus. Ihr Thema: Kuckucksei. Zeitgenössisch. Ein bisschen schräg. In jedem Fall ideenreich - und einige der Arbeiten sind bereits mit dem Danner Preis ausgezeichnet. Wie in den vergangenen Jahren ist der Taubenturm des Heimatvereins Diessen auch eine Destination am Diessener Keramikweg und eröffnet bereits ein Wochenende vor dem Töpfermarkt: Am Freitag, 7. Mai ist Vernissage. Beginn 20 Uhr.

Als in die Poesie weisende Ist-Zustände scheinen die Arbeiten aus einer Welt, reich an Verführungen visueller Art, entnommen und sorgfältig in die Sprache der Materialien Keramik, Glas und der Photographie übersetzt. Die Herangehensweise ist intuitiv und durch die Auseinandersetzung mit dem  Material gekennzeichnet. Der schöpferische Prozess  hält sich jedoch die Waage mit  kritischem Blick und der Fähigkeit, die Arbeiten in größere Zusammenhänge zu stellen, erklären sie ihre Arbeiten.

 

In zarten Farbabstufungen leuchten die Glasmalereien von Aurélie Dupin. Die Malerei auf mehrschichtig hintereinander montierten Glasscheiben sind Raumansichten, die einen Zustand dokumentieren aber auch nach dessen Geschichte fragen. Die farbig glasierten keramischen Wandapplikationen von Chao Song sind frei modelliert und spielen mit barocken Ornamenten.

 

Laura Stracke arbeitet bei ihrer Skulptur mit einem ebenso strengen, wie auch ihren eigenen Regeln folgendem Baukastenprinzip. Formgeschmolzenes Glas, scheinbar der Gravitation entrissen, lässt sie, von Licht erfüllen und „schweben". Mit abstrahierten Formen die ihre Vorlagen in der Natur haben, setzt sich Yurika Tahara auseinander. Die so entstandenen „Früchte", aus Steinzeug aufgebaut, bestechen durch ihre zarte Ausführung.

Aus Holz geschnitzte Figuren von Beate Zollbrecht, haben für ihren Auftritt eine Bühne, die die Dimension einer Streichholzschachtel nicht übersteigt. Die fein ausgearbeiteten Menschendarstellungen haben die Gier nach Größe nicht nötig. Im Prozess der analogen Mehrfachbelichtung bearbeitet Sonja Allgaier die Themen der Transparenz und des Auflösung von architektonischen (Ober)Flächen. Die Fassaden und Räume sind wie ineinander gewebt und präsentieren sich wie eine flüchtige Erscheinung.

Matthias Wurms fotografische Arbeit zeigt eine an Motiven prall gefüllte Welt. Seine Aufnahmen eröffnen dem Betrachter eine Sicht auf vorhandene Strukturen und Objekte. Durch die Unschärfe der Fotografie verschmelzen Farben und Formen, treten hervor oder verschwinden im Hintergrund und werden zu abstrakten „Gemälden".

Unsere Bild zeigen die jungen Kreativen von links Aurélie Dupin, Sonja Allgaier, Chao Song (China), Matthias Wurm, Laura Stracke und Yurika Tahara (Japan), nicht im Bild Beate Zollbrecht, sie studiert gegenwärtig in Nürnberg.

Laura Stracke (rechts) und Aurélie Dupin präsentieren bei der Pressekonferenz ein Keramikobjekt aus der Ausstellung „Kuckucksei“.


 

LANDSCHAFTSSKIZZEN

 

Ausstellung bei Christoph Möller - Der Töpfer als Gärtner

 

 

Alles befindet sich in Bewegung - nichts ist statisch. Keramikmeister Christoph Möller zeigt in seiner Werkstattausstellung Wachstumsprozesse. Objekte aus hellem Ton, die den Zustand des Vorübergehenden festhalten. Es sind Skulpturen - keine Töpferarbeiten mit Gefäßcharakter - die für den Künstler mit Skizzen vergleichbar sind. Die Ausstellung „Landschaftsskizzen“ mit dem Untertitel „Der Töpfer als Gärtner“ ist Destination Nummer sieben am „Keramikweg durch Diessen“.

Wer jetzt den Untertitel der Ausstellung wörtlich nimmt, und sich einen gartelnden Töpfer vorstellt, wird beim Besuch der Werkstatt Am Kirchsteig nichts dergleichen antreffen. Im lichtdurchfluteten Atelier und Aussstellungsraum formulieren helle Tonskulpturen ein Ge­samt­kunstwerk, „ein Akzent, der für sich steht“, erklärt Möller, der für die Installation sein Atelier vollkommen ausgeräumt hat. Der Denkansatz seines gegenwärtigen Schaffens dreht sich um organische Entstehungsprozesse. Er übersetzt die Vorstellung, wie aus dem Erd­innenraum Organisches nach Außen wächst. Das große Geschehen der Schöpfung findet in Tonskulpturen eine philosophisch-existentielle Übersetzung.

 

Die „Landschaftsskizzen“ sind auch eine Fortsetzung von Möllers früheren Schwarzbränden. Vor einigen Jahren schuf er doppelwandige Großobjekte, die sich ebenfalls mit der Auflösung von begreifbaren Formen beschäftigt und von der Funktion getrennt haben.

Der Töpfer als Gärtner erwartet seine Besucher am Samstag, 8. Mai, sowie während des Töpfermarktes am See von Donnerstag, 13. bis Sonntag 16. Mai, täglich von 10 bis 18 Uhr. Der Special Tipp: Täglich um 16.30 Uhr Werkstattgespräch in der Keramikwerkstatt Christoph Möller, am Kirchsteig 24, Diessen, Telefon 0 88 07 - 913 85. Info auch unter www.moellerchristoph.de


 

DIESSENER KERAMIKPREIS

 

 

Darauf schaut die internationale Keramikszene

 

Er hat sich binnen zehn Jahren zum begehrtesten Gütesiegel in der europäischen Keramik­welt durchgesetzt. Deshalb reichen Jahr für Jahr bis zu 70 Keramiker - zugelassen sind nur die von der Fachjury zum Diessener Töpfermarkt eingeladenen Werkstätten - Arbeiten ein. Die Themen legt die Marktleitung fest. Die Preisverleihung findet immer am Abend des ersten Markttages im Traidtcasten statt. An der Preisverleihung nimmt neben Marktleiter Wolfgang Lösche und Bürgermeister Herbert Kirsch auch immer die Familie Rohde mit Benjamin und Helmut Rohde teil. Das weltweit tätige Unternehmen im Brennofenbau stiftet seit 2001 den mit 3.000 Euro dotierten Preis.

Bisher sind folgende Töpfer mit dem Diessener Keramikpreis gewürdigt worden:

-           Preisträger 2001, Thema „Das handwerkliche Geschirr”: Keramische Werkstatt Mar­garetenhöhe,             Essen; Katja Maechtel aus Nürnberg; Hans Fischer aus Passau

-           Preisträgerin 2002, Thema „Keramikunikate, die erlesenen Sammlerstücke”: Nandl Eska aus München

-           Preisträger 2003, Thema „Formen, Glasuren, Dekore”: Uwe Löllmann aus Hilzingen;

            Billa Reitzner aus München

-           Preisträger 2004, „Keramikpaare”: Jochen Rüth aus Altisheim;

            Roland Summer aus Velden/Österreich

-           Preisträger 2005, „Vorratsgefäße”: André von Martens aus Gosda;

            Bernard David aus Henrichemont/France

-           Preisträger 2006, „Geometrische Variationen in Form & Dekor”: Inke Lerch-Brodersen

            aus Bünsdorf; Johannes Peters aus Freiburg

-           Preisträger 2007, „Dialoge, Formen, Strukturen”: Enno Jäkel aus Köln;

            Kap-Sun Hwang aus Kellinghusen

-           Preisträger 2008, Thema „Inspirationen aus der Natur”: Renate Balda aus Waldkirchen; Sonngard Marcks aus Wolfenbüttel

-           Preisträger 2009, Thema „Schalen”: Susanne Altzweig aus Höhr-Grenzhausen

-           Und 2010? Thema: „Jubiläumsstücke für die keramische Schatzkammer“. Die Jury ermittelt den Preisträger am Nachmittag des ersten Töpfermarkttages.

Die Preisverleihung ist wie in jedem Jahr zu Christi Himmelfahrt, Donnerstag, 13. Mai. Die Arbeiten sind vier Tage im Traidtcasten neben dem Diessener Kirchenzentrum ausgestellt. Der Traidtcasten ist eine Destination auf dem Diessener Keramikweg zwischen dem Dampfersteg und dem Keramikzentrum am Kirchsteig. Der Festakt beginnt um 20 Uhr.


 

DAS KLEINE KERAMIK-GLOSSAR

 

Mehr Wissen ist mehr Spaß

 

 

 

Ascheglasur | Glasur mit einem Anteil aus aufbereiteter Pflanzenasche

Aufglasurfarben | Keramische Farben, die auf glasierte Waren aufgetragen werden

Baukeramik | Alle grobkeramischen Erzeugnisse, die am Bau verwendet werden (Mauer- und Dachziegel, Wandverkleidung, Bodenfliesen etc.)

Bleiglasur | Transparente, farblose Glasur, die auf Blei- und Siliciumoxid basiert

Brennen | Erhitzen der getrockneten Keramik bis endgültige Festigkeit erreicht ist

Brennfarbe | Farbe nach dem Brand

Craquelee-Glasur | „Rissige“ Glasur

Deckende Glasur | Trübe Glasur; dieser Eindruck entsteht durch den Zusatz von Trübungsmitteln

Dekor | Oberflächengestaltung der Keramik

Drehen | Formen des Tons auf Töpferscheibe

Engobe | Dünner Überzug aus feinem Ton, mit dem Farbfehler ausgebessert werden

Fahne | Breiter Teller- oder Schüsselrand

Fayence | Keramik mit weißer Zinnglasur

Feldspatglasur | Glasur mit hohem Feldspatanteil

Fritte | Glasartiges ungeformtes Produkt aus erhitzten Rohstoffgemischen

Glasur | Glasartiger Überzug; glättet die Oberfläche und dient als Dekor; sie dichtet den porösen Scherben ab

Hafnerware | Irdenware

Irdenware | Farbiger, poröser Scherben; oft überzogen mit Engoben, Blei- oder Zinnglasuren

Majolika | Fayence

Malhorn | Gerät zur Keramikbemalung

Muffelfarben | Aufglasurfarben

Oxidationsbrand | Brand unter großer Sauerstoffzufuhr; lässt Scherben weiß, gelb oder rot werden

Porzellan | Keramik mit dichtem, weißem, transparentem Scherben

Raku | Aus Japan; Keramik mit Bleiglasur, niedriger Brenndauer und Brenntemperatur

Reduktionsbrand | Brand unter wenig Sauerstoffzufuhr; lässt Scherben schwarz werden

Reduktionsglasur | Erhält ihre endgültige Farbe nach Reduktionsbrand

Salzglasur | Glasur auf Steinzeug

Scharffeuerbrand | Glattbrand

Scherben | Gebrannter, keramischer Werkstoff

Schlämmen | Trennen grober und feiner Teilchen in Wasser

Schrühbrand | Erster Brand zwischen 800 - 1250°C und dient zur Festigung der Keramik

Schwarzgeschirr | Durch Reduktionsbrand schwarz gefärbte Keramik

Sintern | Verfestigung von Festkörperteilchen an den Korngrenzen

Steingut | Keramik mit porösem, weißem Scherben unter transparenter Glasur

Steinzeug | Keramik mit farbigem dichte Scherben

Ton | Natürlicher, mineralischer Rohstoff von Keramik

Unterglasurfarben | Werden vor dem zweiten Brand auf Keramik aufgetragen und anschließend mit durchsichtiger Glasur überzogen

Zinnglasur | Bleiglasur mit Zinn-IV-Oxid-Zusatz


 

 

DER GARTEN DES TÖPFERS

Zu Gast bei den Lösches am Kirchsteig

 

„Der Garten des Töpfers“ heißt der vielbeachtete Film, den Regisseur Matti Bauer aus München im Vorfeld des Töpfermarktes 2008 in Diessen drehte. Als Protagonist hatte er sich den Grand Seigneur des Töpferhandwerks ausgesucht: Keramiker und Forscher Ernst Lösche. In seinem feinsinnig recherchierten Film verband Matti Bauer die Dokumentation der Diessener Hafner-Tradition mit einem Streiflicht über die Schönheiten des Ammersees.

Wiederholt ist der Filmbeitrag des Bayerischen Fernsehens ausgestrahlt worden und brachte der Marktgemeinde jedes Mal neue und interessierte Gäste. Sie kommen und schauen ob es wirklich so schön ist, vor allem im “Garten des Töpfers”. Was sie erleben, ist eine Realität, die verzaubert. Oft vergessen die Besucher Raum und Zeit, wenn sie zwischen der Gartenkeramik, die bei Lösche buchstäblich Blüten treibt, spazieren gehen. Sie können sich nicht satt sehen an Rosenkugeln, Glückselefanten und Eulen, oder an zeitgenössischen Gefäßen, die den Garten „bevölkern“. Auch in den Werkstätten gibt es eine Menge zu sehen, vorwiegend Geschirre, Vasen, Einzelobjekte und kleine Extras.

Das Lösche-Museum ist ein Spaziergang in die Vergangenheit. Es dokumentiert die historischen Zeugnisse Diessener Hafnertradition seit dem elften Jahrhundert. Zu sehen sind auch Beispiele des bekannten “Diessener plab und weiß”, das sind hochwertige Fayencen, deren Ursprünge in Diessen bis ins 17. Jahrhundert reichen. Wer Glück hat, sieht im Garten des Töpfers nicht nur reduzierend schwarz gebrannte Keramiken, sondern auch noch wie sie gebrannt werden in Öfen, die den mittel­alterlichen Brennstellen nachgebaut sind.

Der “Garten des Töpfers” ist auch eine Station am Diessener Keramikweg. Die Werkstätten Lösche und Larasser, sind während des Diessener Töpfermarktes täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. In dieser Zeit gibt es auch Gelegenheit, ins Museum zu gehen. Führungstermine können angefragt werden unter Telefon 00 49 -  88 07 – 18 77.                      bb.






 

 

 

 

“... vil schönes weisses Hafnergeschirr”

Typisch Diessen: Plab-weisse Fayencen – Immer mehr Zeugen der Vergangenheit tauchen auf

„Man macht diß Orths vil schönes weisses Hafnergeschirr, so weit und brait verhandelt wird“, notierte der Topograph Michael Wening vor über 300 Jahren in seiner Landesbeschreibung des Kurfürstentums Bayern über Diessen und 1734 werden auch in Zedlers Universallexikon die „guten weissen töpffernen Waaren“ vermerkt, die den Marktflecken sonderlich bekannt gemacht habe. Viel mehr als solche knappen Nachrichten waren von der Dießener Hafnerkunst offenbar nicht mehr erhalten.

Wie dieses berühmte Fayence-Geschirr ausgesehen haben könnte, davon hatte man im 20. Jahrhundert keine Vorstellung mehr – bis zum Karfreitag 1963: Bei der Pflanzung eines Obstbaums stieß der St. Georgener Keramiker Ernst Lösche in seinem Garten auf blau-weiße Keramik-Bruchstücke – das legendäre „plab-weiße“ Diessener Geschirr, das in einer Schuttgrube früherer Hafner die Jahrhunderte überdauert hatte.

Es vergingen wiederum mehr als vier Jahrzehnte Forschungstätigkeit, bis klar wurde, dass nicht nur Scherbenabfälle aus der Blütezeit des Hafnerhandwerks in Diessen übrig geblieben waren: Im vergangenen Jahr erstand die Marktgemeinde in einer Auktion einen vollständig erhaltenen barocken blau-weißen Krug. Er stammt zweifellos aus Diessen und wurde mit großer Wahrscheinlichkeit wiederum in dem bereits im 17. Jahrhundert bestehenden Hafner-Anwesen am Kirchsteig gefertigt. Datiert ist diese kunsthistorische Rarität mit der Jahreszahl 1684 und er ist vergleichbar mit einem knapp 30 Jahre älteren Krug, der sich im Weilheimer Stadtmuseum befindet.

„Wenn ich den Krug anschaue, habe ich das Gefühl einem alten Bekannten gegenüberzustehen“, sagte Wolfgang Lösche damals, der seine wissen­schaftlichen Erkenntnisse in seiner Magisterarbeit über das „plab-weisse“ Diessener Geschirr publiziert hatte. Im Jahr 1684 hatte auf dem Anwesen am Kirchsteig der aus Wien zugewanderte Hafner Wilhelm Rauch gearbeitet. Dessen Nachfahren übten noch im 19. Jahrhundert dieses Handwerk aus, wenngleich zu dieser Zeit das früher berühmte blau-weiße Geschirr aus Diessen aus der Mode gekommen und weithin vergessen war.

Sein nach wie vor mitreißender Forschungsdrang ließ auch seinen Vater, den 86-jährigen Keramiker, nicht ruhen. Inzwischen gehen die beiden bei einer ganzen Reihe barocker blau-weißer Krüge davon aus, dass sie aus Diessen stammen, was die frühere Forschung nicht erkannt hatte. Schon früher hatten sie einen im oberfränkischen Creußen verorteten Krug als Diessener Produkt identifiziert. Nach der Ersteigerung des 1684er Krugs fiel den Lösches auch wieder eine Fotografie eines ähnlichen Gefäßes aus dem Jahr 1676 auf, das sich in staatlichem besitz befindet. „Den Krug kenne ich seit 30 oder 40 Jahren“, sagt Ernst Lösche, doch sei er sich erst jetzt sicher geworden, dass auch dieses Stück aus Diessen stammen muss. Und natürlich wüsste er nur zu gerne, in welcher damaligen Werkstatt er gebrannt wurde. Zwei spezifische Merkmale weist er auf: Die Initialen A.H. und die Namensnennung Martin Lim, wobei unklar ist, ob es sich dabei um einen voll ausgeschriebenen oder abgekürzten Namen handelt.

Die Diessener Herkunft lässt sich jedenfalls auch in diesem Fall klar nachvollziehen. Durch die vielen Bruchstücke, die die Lösches im Dießener Untergrund gesammelt haben, kennen Vater und Sohn die charakteristischen Züge der barocken Fayencen. Galten bisher schon die Tulpen, Granatäpfel, rechtsdrehende Spiralen und Vögel als typisch Diessenerisch, weisen die Krüge von 1676 und 1684 in der Bauchzone eigentümliche sechsfache Abplattungen auf. Und die jüngsten Entdeckungen haben auch die Kenntnisse über die graphischen Elemente erweitert: So verdeutlichen die genannten Krüge insbesondere auch die Beliebtheit christlicher Symbole im 17. und 18. Jahrhundert.

Entsprechend hat Ernst Lösche sein Werkstattspektrum erweitert. Schon nach den Funden bei der Baumpflanzung vor 46 Jahren hatte Ernst Lösche seine Produktion nach den barocken Vorbildern neu orientiert. Auf seinen neuesten Krügen finden sich nun auch wieder Inschriften wie MARIA, INRI oder IHS, das Herz Jesu oder die Werkzeuge, mit denen Jesus Christus gemartert und ans Kreuz geschlagen wurde. So wirkt das Karfreitagserlebnis von 1963 bis heute.


Heute sind die Diessener Fayencen in allen Darstellungsformen sehr beliebt: Als Geschirr sind sie nicht nur in den Diessener Häusern beleibt, sondern man kann sie überall auf der Welt treffen, wo Keramiksammler das Besondere schätzen. Die blau-weissen Dekore der frühen Hafner sind im Werkstattprogramm von Ernst Lösche durchgängig: Als Geschirr-Serien, als Gartenzier (Rosenkugeln, Eulen), als Einzelobjekte in der Wohnraumgestaltung (Vasen, Schalen, saisonale Dekorationen) und vieles mehr. Zu sehen im Garten des Töpfers, seinen Werkstätten und im hauseigenen Museum am Kirchsteig 18 bis 21 in Diessen-St. Georgen.





 

In Diessen am Ammersee ist die Keramik zuhause:

Der Ort des guten Tons

DIESSEN - In der Marktgemeinde Diessen am Ammersee ist die Keramik zu Hause. Seit dem Mittelalter. Viele fragen sich warum. Die Antwort ist ganz einfach: Große Tonlagerstätten auf den Diessener Fluren begünstigten die Entwicklung des Hafner- und Zieglerhandwerks. Im 14. Jahrhundert gab es bereits Ziegeleien, was Flurnamen wie Ziegelstadel, Ziegelwiese und Ziegelboden beweisen. Sie erinnern noch heute an dieses Handwerk, das den Bedarf an Dachziegeln, Dachreitern, Ziegelsteinen, keramischen Bodenplatten und Geschirr deckte.

Dass die Töpferei blühte, hängt aber auch mit der sozialgeschichtlichen Entwicklung des Ortes zusammen, in dem die Landwirtschaft untergeordnet war, stattdessen Handel und Handwerk die Struktur bestimmten. Größter Auftraggeber war das Kloster, außerdem wurden die Diessener Waren im ganzen Pfaffenwinkel und darüber hinaus verhandelt. Die Bevölkerung in Diessen war zu keiner Zeit eine rein bäuerliche und daher nicht vergleichbar mit Orten in der Nachbarschaft.

Schon im 11. und 12. Jahrhundert hatte Diessen den Status einer Kleinstadt und war damals bedeutender als die heutigen Kreisstädte Weilheim und Landsberg/Lech. In der Nachfolge der Grafen von Diessen und Andechs, prägte das große Augustiner Chorherrenstift den Ort am Ammersee. Die geistlichen Herren betrieben eine Siedlungspolitik, die auf das Gewerbe setzte. Handwerker gestalteten den Ort und das Kloster gab ihnen Brot und Arbeit. Das Kloster mit seinem Repräsentationsbedürfnis war größter Auftraggeber für Kachelöfen und dekorative Objekte, was durch Rechnungen und Briefprotokolle nachgewiesen ist. In diesen Protokollen ist genau festgehalten, wie Ökonomie- und Klostergebäude ausgestattet wurden und wie viele Gulden die Hafner dafür bekommen hatten.

Im Verhältnis zu Holz verarbeitenden Handwerkern oder zu Bäckern, Metzgern und Schustern, die den alltäglichen Bedarf deckten, war die Zahl der Hafner für die damals 200 Häuser in Diessen überproportional hoch. Sie stellten wesentlich mehr Tonwaren her, als für die örtliche Versorgung nötig waren. Die bisher älteste Urkunde stammt aus 1631. Sie besagt, dass die drei ansässigen Hafner sich nur ernähren können, weil sie "plab und weiß Geschirr" in ferne Städte verhandeln.

Auch die Ausstattung der Kloster-Apotheken in der Region, die von den oberbayerischen Seen bis in die Alpen reichte, bescherte den Töpfern eine Menge Arbeit. Salbengefäße, Schalen, Krüge und spezielle Geschirre bildeten die Basis für Verdienstmöglichkeiten im Pfaffenwinkel, wo es damals mehr Klöster auf kleinem Raum gab, als anderswo. Dabei haben sich die Diessener auf die handwerkliche Fayence-Herstellung spezialisiert. Begünstigt durch weiß deckende, gute Tone, die sich für die weißen Glasuren eigneten, die - mit blauen Symbolen und Dekoren bemalt - als "Diessener plab und weiß" in die Geschichte eingingen, florierte der Handel prächtig.

So kommt es gegen Ende des 17. Jahrhund erts zu einem Zuwachs auf acht Anwesen in denen Hafnergeschirr hergestellt wurde. In Diessen gab es zu dieser Zeit 328 Häuser. In einer Schilderung von Michael Wening, zu Beginn des 18. Jahrhunderts findet sich folgende Bemerkung: “Man macht auch diß Orths vil schönes weisses Hafner-Geschirr, so weit und brait
verhandelt wird." Daraus lässt sich schließen, dass die Fayencen, die in Diessen produziert wurden, wohl hauptsächlich für den Verkauf nach auswärts bestimmt waren.

Für den täglichen Gebrauch stellten die Hafner bis ins 19. Jahrhundert Irdengeschirr her. Davon wurde in jedem Haushalt viel verbraucht zum Essen und Trinken, für Milchverarbeitung, Vorratshaltung und vieles mehr. Hier sind die Tone der Region von größter Bedeutung gewesen, denn Glas war für die Bevölkerung zu teuer. So hat sich das Handwerk der Hafner fest etabliert. Einen Höhepunkt gab es dann noch in den 1920-er Jahren, heute produzieren zehn Werkstätten am Ort:


Keramik-Werkstätten in Diessen

 

Frigga Dettmer, Tiefenbachstaße 8, Telefon 0 88 07 - 72 73

Cornelia Goossens, Wengen 17, Telefon 0 88 07 - 17 73

Franz und Ines Höfle, Herrenstraße 15, Telefon 0 88 07 - 92 84 12

Stefan Huber, von Eichendorff-Straße 33, Telefon 0 88 07 – 9 13 09

Hudler-Keramik, Maria-Hilf-Straße 6, Telefon 0 88 07 – 3 84

Dagmar Larasser, Am Kirchsteig 21, Telefon 0 88 07 - 52 82

Ernst Lösche, Am Kirchsteig 19, Telefon 0 88 07 – 18 77

Christoph Möller, Am Kirchsteig 24, Telefon 0 88 07 – 9 13 85

Sabine Wahl, Am Kirchsteig 22a, Telefon 0 88 07 - 94 63 60

Seelos-Rottka, Buzallee 29, Telefon 0 88 07 – 75 77


 

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