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Diessener Töpfermarkt

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Pressearchiv 2007

AMMERSEE SEGELSCHULE

 

Nachbarn am Markt

 

 


1928 hat Heinrich Seidl die Schule gegründet, und Generationen von Seglern das seemännische Handwerk beigebracht. Im Sommer 2001 übernahm Käpt’n Stefan Marx die Verantwortung für die traditionsreiche Institution. Die Ammersee Segelschule, am nördlichen Abschnitt des Töpfermarkt-Geländes, besitzt einen am See einzigartigen Steg. Die
Anlage ist L-förmig und bildet den Hafen mit Liegeplätzen für  Schulungs- und Verleihboote. Der Steg bietet den Seglern bequemen Zustieg und sicheres Anlegen bei allen Windrichtungen.

 


Stolz ist die Ammersee-Segelschule auf die 100-jährige Geschichte des Albatros, auch Zarenschiff genannt. 1905 machte der russische Zar, Nikolaus II., dem Württembergischen König Wilhelm II. ein wahrhaft kaiserliches Geschenk: Die Segelyacht Skidbladnir. Nach dem Sturz der Monarchie wechselten mehrmals die Besitzer. Schließlich wurde der Einmast-Gaffelkutter zur Zweimast-Yawl umgebaut. 1936 erwarb Heinrich Seidl das Schiff und machte es zum Flaggschiff seiner Ammersee-Segelschule.

 


Im Winter 2004/05 hat Stefan Marx den Albatros generalüberholt. Das Schiff bekam ein neues Teakholz-Deck, der Salon wurde erneuert. Die majestätische Segelyacht gehört zu den Attrak-tionen am See, wo immer sie auftaucht, verzaubert sie die Menschen mit ihrem Charme. 

 

 

Mehr Info über die Ammersee-Segelschule Diessen, Seestraße 28 unter www.ammersee-segelschule.de

 

SANFTE MALEREI – HEISSE FEUERTÖPFE

Keramik-Land Frankreich kommt groß raus beim Markt am See

 

 

DIESSEN.– Die französischen Töpfer haben es in sich – und sie sind auch immer gut drauf. Selbst die lange Reise, die sie auf sich nehmen, um am Ammersee mitzumachen, trübt die heitere Stimmung nicht. Wenn sie ankommen, Rotwein und Ziegenkäse auspacken und ihre Marktnachbarn herzlich begrüßen, dann spürt man die Leichtigkeit französischer Provenienzen und riecht buchstäblich die Provence, wo die Luft flimmert und getragen ist von tausend Wohlgerüchen ...

 


Dennoch: Die Töpferwaren der Franzosen sind nicht alle heiter, leicht und licht. Zum Beispiel die schweren Feuertöpfe aus La Borne. Das sind starke, von kraftvollen Strukturen geprägte Gefäße, die aus dem Holzbrand kommen, den die Kunsthandwerker aus dem Töpferdorf La Borne meisterhaft beherrschen. In ihren nach japanischen Vorbildern gebauten Grundöfen und durch langes Brennen im Holzbrand formulieren sich aufregende Oberflächen,
die man als überaus naturhaft und naturnah beschreiben kann, weil sie ihren Naturfarben bestechen.

 

 

Vertreter der archaisch wirkenden schweren Funktionsgefäße sind Hervé Rousseau, Bernard David und Michel Cohen. Ihr Formenkanon gehört zu den erdigen Objekten, die sich im
Unikat-Bereich bewegen. Eine weitere Gruppe, die man nicht überall sieht, sind die farbig
glasierten irdenen Gefäße, die mit polychromen Oberflächen eine starke Farbigkeit erzeugen. Im Gegensatz dazu stehen Keramiken, die sich mit duftig-floraler Malerei von einer bezaubernd schönen Seite zeigen. Die Art und Weise, wie sie im positiven Sinne dekorative
Malereien mit viel Charme auf die Tongefäße bringen, wirft ein angenehmes Licht auf das Schaffen von Stephanie Raymond und Pascal Geoffroy. Typisch Frankreich ist natürlich die gelüsterte Keramik. Bemalte Keramik-Klassiker verwandeln sich im Lüsterbrand zu kraftvollen Farbwelten: Vital strahlendes, leuchtendes Rot und kräftiges Blau. Für diese irisierenden Effekte ist Martine Léveque bekannt.

 


Klassiker – subtil glasiert

 

Helga und Uwe Krause haben sich schon vor 30 Jahren in Frankreich niedergelassen. Sie vertreten eine keramische Richtung, die den objekthaften Charakter in den Vordergrund rückt. Die skulpturalen Arbeiten sind begehrte Sammler-Objekte und Marktleiter Wolfgang Lösche
ist ganz schön stolz auf die französischen Töpfer: „Wir haben Kunstschaffende
aus allen wichtigen französischen Töpfer-Regionen.” Zum Töpfermarkt 2007 kündigt der Marktleiter noch einen Höhepunkt an: Robert Matthieu heißt der berühmteste französische Keramiker, der gegenwärtig in Fachkreisen ständig genannt wird. Seine klassischen Gefäßformen in Verbindung mit subtilen Glasuranwendungen, gelten  als Aufsehen
erregende Objekte der Begierde.

 


Robert Matthieu greift aber auch zu tonigen Farbnuancen, kombiniert Schwarz mit Grau oder setzt einem morbiden Grau strahlendes Silber entgegen. „Wir freuen uns, das Keramikland Frankreich in seinem Facettenreichtum am Ammersee zu begrüßen.” Der Marktleiter ist zufrieden, dass die Franzosen die stärkste ausländische Gruppe sind, die sich auch
noch mit ihren Werkstücken aufs Schönste in die naturhafte Situation am See eingliedern lassen.                                                                                                                  3.105 Zeichen

 

 

 

MODERNITÄT AUS ENGLAND

Sie nehmen eine weite Reise auf sich: Töpfer von der grünen Insel

 

DIESSEN.– Die Vernetzung europäischer Keramik – ihre Entwicklung, ihre zeitgemäßen Tendenzen, ihre länderspezifischen Besonderheiten – ist auch ein Ziel des Diessener Töpfermarktes. Es ist der Marktgemeinde ein Völker verbindendes Anliegen, Begegnung und Austausch mit Gästen aus den  Nachbarländern zu pflegen und dem fachlichen Dialog ein Forum zu bieten, der umgekehrt das künstlerische Schaffen in Diessen über den eigenen Tellerrand der Künstlerkolonie hinaus hebt, aber auch an Traditionen knüpft: Diessens Kunsthandwerker waren stets, vor allem in der Nachkriegszeit, als Künstlergemeinschaft präsent auf den wichtigen internationalen Messen und an den Orten des fachlichen Dialogs.

 

 

Wichtige Akzente am Markt sind deshalb auch die Werkstätten, die – neben den Keramikern aus allen Regionen Deutschlands – aus elf Ländern in Europa kommen. Dazu gehören auch die Töpfer von der grünen Insel. Neben der finnischen Ausstellerin Nanna Bayer unternehmen wohl die englischen Töpfer die weiteste Reise, um an den Ammersee zu kommen.

 

 
Seit Jahren bereichern sie mit ihren individuellen Keramiken den Diessener Markt und vermitteln einen Eindruck von der hohen Qualität der englischen Keramik, die in Expertenkreisen höchste Wertschätzung genießt. Allerdings ist die bekannte Werkstatt von Gwen Bainbridge aus Cumbria heuer nicht dabei. Sie musste kurzfristig absagen, worüber
Sammler nicht erfreut sind, denn Bainbridge-Kunstschaffen ist hierzulande nur beim Diessener Töpfermarkt zu bekommen. Sammler aus Diessen haben aber durchaus Anknüpfungspunkte zum Atelier von Gwen Bainbridge: Cumbria mit dem Lake District Nationalpark ist eines der beliebtesten Touristenziele in Britannien – und hier befindet sich auch Diessens Partnerstadt Windermere.

 


Vertreten am Ammersee ist aber auch in diesem Jahr wieder Peter Beard aus Warwickshire. Sein Markenzeichen sind die fein strukturierten Oberflächen, die er mittels einer komplizierten Ausspartechnik erzielt. Leuchtend blaue und türkisgrüne Farbkontraste kennzeichnen seine
eleganten Formen, die manchmal direkt aus der Natur entlehnt sind und mit dynamischer Lebendigkeit - vor allem am Diessener Seeufer - eine Verbindung zum Wasser schaffen. Sie folgen der konsequenten Gesetzmäßigkeit der Ästhetik und manifestieren einen modernen Schönheitsbegriff.

 

 

Zum zweiten Mal sind Margarete und Eddie Curtis sowie Andrew Palin dabei mit ihren höchst differenzierten Glasuranwendungen. Während Eddie Curtis mit leuchtend roten Kupferglasuren besicht, sind Andrew Palins klassische Gefäßformen von matten pastellfarbenen Ascheglasuren überzogen. Sein Diessen-Debüt gibt heuer Valentine Clays. Ein Unternehmen aus Stoke-on-Trent, das auf den Vertrieb von speziellen Tonsorten für
Töpfer mit Kleinserien und Unikaten spezialisiert ist.                                    2.777 Zeichen

 

 

 

GROSSE TIERE – KLEINE VIECHER

 

Diessener Töpfermarkt ist mal wieder tierisch gut

 

 

DIESSEN.– Manchmal hat man den Eindruck, die Konferenz der Tiere macht sich auf Richtung Diessener Töpfermarkt: Tatsächlich sind vom Federvieh über Echsen bis zu vierbeiniger Fantasy tierisch gute Skulpturen ein  Thema im tönernen Schaffen. Figuren in und auf Ton sind der Hit. Sie erfreuen sich zunehmender Beliebtheit als Deko für die Wohnung, als Zier für den Garten und als Objekt der Sammlerbegierde. „Große Tiere und kleine Viechereien”, lacht Marktleiter Wolfgang Lösche, „sind zu einem Schwerpunkt unseres Marktes geworden.”

 

 

Die Darstellungskraft kenne keine Grenzen, meint Lösche. Da ist alles vertreten, was Spaß macht: Naturalistische Echsen von Mathes und Klas, Katzen mit eleganten Bewegungen von Ciurt Lehmann, oder die Tonpfeifen und Miniaturen von Antaj Bandi, die sich an Tierformen orientieren, ziehen die Blicke der Marktbummler an. Magische Ausstrahlung versprühen die Paradiesgärten von Monika Drescher, wo sich Tiere und Figuren in märchenhaften Formen und Farben begegnen: Auf hölzernen Stangen sitzen Kamele und Pferde, Vögel und
Blumen sind an Drähte gebunden und bewegen sich sanft im Luftzug am Seeufer.

 

 

Rüdiger Ludwig vom Vogelsberg ist der Meister der Tiere. Seine „Illegillchen” sind heitere Fabelwesen, die mit ihren oft menschlichen Zügen in vielen Diessener Gärten und Häusern Heiterkeit verbreiten. Jedes Jahr wählt er ein spezielles Thema aus, das er dann unter den
großen Bäumen in den Boxler-Anlagen gruppiert und dekoriert. Seine  Schweine, Biber, Füchse und Waschbären garantieren tierische Umtriebe aus Keramik.

 


Wie aus tausend und einer Nacht wirken die Fayencen mit den Tierkörpern oder feinen Malereien von Sigrid Hilpert-Artes. Geheimnisvoll schön wie die Sphinx sind ihre Butterdosen, Gebäckschalen, ihre Kannen und Krüge, die sich aus Tierkörpern heraus zur Funktion entwickeln, immer umgeben von einem Hauch Luxus und reichlich ausgestattet mit ästhetischer Extravaganz.

 


Willy und Daniel Stählis Vogelparade hingegen bevölkert rustikal einen großen Schattenplatz unter Bäumen, weithin sichtbar mit Kraftfarben, vor allem auch in Blau. Kaum zu unterscheiden von den echten gefiederten Gesellen, die die Seeanlagen reichlich bevölkern, sind die Gänse und Enten von Carme Gorriz und German de Juana aus Navata Girona
in Spanien. Wen wundert’s noch, dass gelegentlich ein echtes Gänse-Ei neben einem tönernen Vogel liegt – wohl aus lauter Zuneigung zu den „echten” Artgenossen.
Nach längerer Pause ist heuer wieder Andreas Hinder aus Höhr-Grenzhausen mit seiner keramischen Tierwelt dabei. Wer sich eine wahre Ammersee-Erinnerung mit Heim nehmen möchte, entdeckt reichlich Fische, Nixen und Wasservögel.                                 2.720 Zeichen

 

 

 

FUNDGRUBEN FÜR KERAMIKSCHÄTZE

 

Zum Töpfermarkt: Ausstellung im Taubenturm Diessen

 

 

DIESSEN.– Zum Diessener Töpfermarkt (Christi Himmelfahrt, 17. Mai bis Sonntag, 20. Mai) wird auch heuer wieder der Diessener Keramikweg ausgeschildert. Station Nummer drei ist der Tauben­turm am Eingang zum Klosterhof. Im wohl ältesten Bauwerk der Marktgemeinde zeigt der Heimatverein Diessen die Ausstellung „Fundgruben für Keramikschätze“. Es handelt sich durchweg um bedeutende Keramikfunde. Sie stammen aus dem Barock und wur­den in Diessen - St. Georgen, in Andechs und auf den Fluren der einstigen bäuerlichen Siedlung Ramsee (zwischen Wartaweil und Erling)  geborgen. Die Ausstellung eröffnet am Freitag, 12. Mai, 20 Uhr im Taubenturm.

 

 

 


Zu diesen Schätzen, die vor allem auch der Keramiker Ernst Lösche (Grabungs- und Forschungsstätte Alt-Diessener Keramik) zusammen mit seinem Sohn Wolfgang Lösche (heute Marktleiter des Diessener Töpfermarktes) aus dem Boden holte, gesellen sich interessante Funde von Siedlungskeramik. Heribert Nehyba aus Herrsching konnte bei seinen heimatkundlichen Untersuchungen in der ehemaligen Ortschaft Ramsee, unterhalb von Andechs, sowie auch in Andechs selbst wertvolle Belege der einstigen Diessener Fayence-Hafner bergen. Sie zeigen, welcher Art die in der bäuerlichen und in der klösterlichen Hauswirtschaft verwendeten Gerätschaften aus Keramik waren.

 

 

Bei seinen Waldspaziergängen über dem Ammersee-Ostufer entdeckte Heribert Nehyba ab 1970 immer wieder keramische Fundstücke. Aber erst die Orkan-Attacken von Wiebke (Frühling 1990) legten Berge von Tonscherben frei, die über Wurzelballen umgestürzter Fichten ans Tageslicht gekommen sind. Nehyba, der Keramik schon immer nahe, ist durch die Funde zum Experten geworden.

 


In seiner Herrschinger Wohnung, mit Panoramablick über die Herrschinger Bucht, häufen sich Tonscherben. Fragmente von Krügen und Schüsseln nahmen unter seinen Händen wieder Form an oder lassen ahnen, wie sie einst ausgeschaut haben. Eine Malhorn-Schüssel zum Beispiel ist fast wieder vollständig, „es ist ein Glück”, schmunzelt Nehyba, „über 30 Teile habe
ich dafür zusammen gebracht.” Wohl seien auch Stücke aus einer Weilheimer Werkstatt und aus Schongau dabei, aber rund 90 Prozent der Ramsee-Scherben stammen aus Diessener Produktionen, berichtet Nehyba über seine Erkenntnisse.

 


Zu dem mystischen Ort, von dem niemand genau weiß, warum er „ausradiert” wurde und der nur noch in alten Landkarten existiert zwischen Wartaweil und Erling, berichtet er, dass laut historischem Atlas  fünf Höfe zur Ödung Ramsee gehörten. Nach der Agrarkrise um 1825/35 seien Spekulanten aus dem Württembergischen gekommen und hätten Land aufgekauft. „Die Dorfgemeinschaft brach auseinander, dann verliefen sich die Spuren.”

 


Heute erinnert das Ramsee-Denkmal, aufgestellt vor 100 Jahren, an die geheimnisvolle, mit Rätseln behaftete Stätte. Gustl Empfenzeder hat vor 30 Jahren über Ramsee geschrieben und damit eines der wenigen schriftlichen Zeugnisse über die Ödung hinterlassen. Der Herrschinger Heimatforscher hat seinerzeit recherchiert, dass es sich um eine uralte Siedlung handelt, die 1280 mit einem Hof und einer Hube im herzoglichen Urbarium verzeichnet wurde. Nach einer Statistik von 1809 soll es sechs Häuser mit 30 Personen und eine dem heiligen Nikolaus geweihte Kirche gegeben haben, die 1864 abgebrochen wurde. 

 

       


 

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